Zuschuss Kuren

Wer kennt das nicht? Der Akku ist leer, man fühlt sich erschöpft und ausgebrannt. Dann hilft oft nur eine Kur, um wieder fit zu werden. Doch häufig fehlt einem die Zeit dafür. Deshalb nutzen viele Menschen ihren Urlaub zur Wiederherstellung von Gesundheit und Wohlbefinden. Seit dem EU-Beitritt Ungarns im Jahr 2004 erstatten deutsche Krankenkassen sogar Behandlungskosten für Kuraufenthalte und Zahnersatz in Ungarn. Wie beantragt man eine Kur? Wer hat Anspruch auf einen Kuraufenthalt? Was ist zu tun, wenn eine Kur abgelehnt wurde?

Alle Patienten in Europa erhalten mit der EU Patientenmobilitätsrichtlinie eine klare und sichere Gewährung ihrer 
Rechte, wenn Sie in der EU Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen. Die Richtlinie gilt für gesetzlich und privat
Versicherte gleichermaßen. Die 
Kosten für die ambulante
 Auslandsbehandlung werden von der Krankenkasse bis zur der
 Höhe erstattet, die auch bei Behandlung im Inland angefallen
wären. Mit der Umsetzung der Richtlinie wurde in allen Mitgliedstaaten der EU ein allgemeiner Rahmen geschaffen, damit Patienten ihre Rechte im Hinblick auf den Zugang
 zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung und auf die Kostenerstattung dieser
 Leistungen beanspruchen können.

Am einfachsten, schnellsten und einfachsten kann man eine Kur-, Gesundheits- oder Wellnessurlaubsreise nach Ungarn auf Selbstzahlerbasis in einem Reisebüro, im Internet oder direkt im Hotel buchen. Bei einer Kur ist es erwünscht, dass Sie ihre vorhandene ärztliche Verordnungen in Ungarn dem Kurarzt vorgelegen.

Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit, eine Kur in Ungarn bei den Krankenkassen zu beantragen, allerdings erfordert dies mehr Zeit. Seit 1. April 2007 gilt in Deutschland ein Wahlrecht für die Versicherten bei der Auswahl der Rehabilitationseinrichtung laut § 40 SGB V. Das Wahlrecht gilt nur für Ambulante Vorsorgeleistungen und nicht für stationäre Vorsorgeleistungen.

Doch wie beantragt man eine Kur? Wer hat Anspruch auf einen Kuraufenthalt? Was ist zu tun, wenn eine Kur abgelehnt wurde? Hiermit möchten wir die wichtigsten Fragen beantworten.

Zuschuss für Kuren auch in Ungarn möglich. Kostenerstattung und Eigenbeteiligung bei Kuren?

Bei ambulanten Vorsorgeleistungen in Kurorten (früher "Offene Badekur") werden von der Krankenkasse nach Sozialgesetzbuch V § 23, 3

  • die Kurarzt-Kosten d. h. medizinische Leistungen und
  • ca. 90 Prozent der Kurmittel übernommen. Der Patient trägt demnach 10 Prozent der Kosten und je nach KK
  • Regelung 20 Euro Eigenanteil Therapie plus 10 Euro Verordnungsgebühr.
  • Die Kasse kann einen Zuschuss für Unterkunft/, erpflegung, Kurtaxe, Fahrgeld bis zu 13 Euro pro Behandlungstag, für chronisch kranke Kleinkinder bis zu 21 Euro pro Tag gewähren. (gemäß § 23 Absatz 2 SGB V)
  • Den Rest trägt der Kurpatient.
  • Die Kurdauer muss nicht mehr auf 3 Wochen festgelegt werden, sie kann auch kürzer sein. Allerdings ist zu beachten, dass eine 3-Wochen-Kur mehr Erfolg verspricht als ein kürzerer Kuraufenthalt. Für die Kur muss der Arbeitnehmer Urlaub nehmen.

Aufgrund der Unterschiede zwischen gesetzlichen Krankenkassen und privaten Versicherungen sollten Sie sich vor Antritt Ihrer Kur unbedingt von Ihrer Versicherung beraten lassen. Eine ambulante Vorsorge Kur in Ungarn soll auch am besten vor der Anreise von KK genehmigt werden, damit der Zuschuss voll erstattet wird.

Was sind Kurmittel?

Im weitesten Sinne sind Kurmittel alle Heilmittel, Verfahren und Faktoren, die bei einer Kur auf den Kurgast als Reiz einwirken. Im engeren Sinne werden darunter - vor allem im Krankenkassenrecht - die ortsgebundenen (ortspezifischen) Heilmittel wie Heilwässer, Schlamm, Heilgrotte, Mofette gemeint. Heilmittel sind medizinische Bäder, Massagen, Krankengymnastik u. ä.

Wie oft kann ich eine Kur beantragen? Nach § 23 Absatz 5 SGB V trägt die Krankenkasse die Kosten einer ambulanten Vorsorgekur nur einmal innerhalb von drei Jahren, es sei denn, eine neuerliche Leistung ist vorzeitig "aus medizinischen Gründen dringend erforderlich".

Wer stellt den Antrag?

Der Hausarzt oder auch der Facharzt ist Ihr erster Ansprechpartner bei gesundheitlichen Beschwerden. Mit dem Arzt füllen Sie das bei Ihrer Krankenkasse erhältliche Antragsformular aus, danach reichen Sie es zur Prüfung bei Ihrem Kostenträger ein. In diesem Antrag sollten Sie Ihren Wunschort in Ungarn angeben. Ist Ihr Kostenträger eine Krankenkasse, muss (nur beim ersten Antrag) durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) geprüft werden, ob die Notwendigkeit der Leistungen nach den §§ 23, 24, 40 und 41 SGB V unter Zugrundelegung eines ärztlichen Behandlungsplans besteht.

 

Im Kurantrag genügt nicht nur die Angabe der Diagnose,sondern hier muss die "Krankheitsverhütung" begründet werden (z. B. stressbedingte Befindlichkeitsstörungen). Bei einer bestehenden chronischen Krankheit muss die Schädigung (z. B. Schultersteife, dauerhafter Wirbelsäulenschmerz bei degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule o. a.) mit den resultierenden Funktionsstörungen und Beeinträchtigungen (z. B. kein selbstständiges Anziehen der Strümpfe oder Zubinden der Schuhe möglich, Treppensteigen nicht mehr möglich oder stark beeinträchtigt, tägliche Hygienemaßnahmen nicht mehr durchführbar oder stark eingeschränkt usw.) im Kurantrag angegeben werden. Bei einer Ablehnung vom Medizinischen Dienst, wird nach einem WidersprWiederspruch die KK entscheiden.


Genehmigung

Nach erfolgter Prüfung des Antrags erhalten Sie einen schriftlichen Bescheid. Grundsätzlich können Sie für alle Kurorte Erstattungen bzw. Zuschüsse für Ihre Kuranwendungen beantragen, d. h. Sie können die Kureinrichtung frei wählen. Allgemeine Voraussetzung ist, dass Qualität und Leistungen den in Deutschland üblichen Standards entsprechen. Die gewählte Kureinrichtung muss die medizinisch notwendigen Therapiemöglichkeiten bieten und das medizinische Personal soll gut deutsch sprechen. In Ungarn können Sie davon ausgehen, dass die 4-Sterne-Kurhotels (die strengen staatlichen Prüfungen unterliegen) diese Voraussetzungen weit erfüllen.


Ablehnung und Widerspruch

Nicht immer wird die beantragte Kur bewilligt. Wenn Sie eine Ablehnung nicht hinnehmen wollen, können Sie schriftlich Widerspruch einlegen. Begründen Sie am besten Ihren Widerspruch, indem Sie sich auf medizinische Sachverhalte und Gesetze beziehen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche medizinischen Gesichtspunkte zur Begründung aufgeführt werden können. Sie können auch den zuständigen Sachbearbeiter in der Geschäftsstelle aufsuchen, um den Widerspruch aufnehmen zu lassen.


Achtung: Für den Widerspruch haben Sie nur einen Monat Zeit.

Welche Kur wird in Ungarn bezuschusst?

Ambulante Vorsorgekur – sie wird bei leichteren gesundheitlichen Störungen (oder wenn erste Risikofaktoren vorliegen) verordnet. Sie dürfen nur in anerkannten Heilbädern erfolgen, in denen Kurärzte tätig sind.

Was muss vor Ort bezahlt werden?

Die Behandlungen müssen vor Ort privat bezahlt werden. Nur wenn Ihre Kur vorher genehmigt wurde und erst nach Abschluss der ambulanten Vorsorgekur können Sie für die medizinischen Leistungen (die vollen Kosten der ärztlichen Behandlung und ca. 85-90% der Kurmittel) bzw. einen pauschalen Zuschuss bis ca. € 13 pro Behandlungstag von der Krankenkasse erstattet bekommen. Die Heilbehandlungen sollten auf einer gesonderten Rechnung einzeln aufgelistet sein, so wird die Abrechnung mit der Krankenkasse vereinfacht. Zusätzlich sollten Sie Ihren Behandlungsplan, Diagnose und Abschlussbericht des Arztes mit Unterschrift (möglichst lesbar – für evtl. Rückfragen) beilegen.

In Deutschland haben spezialisierte Veranstalter Vereinbarungen zwischen deutschen Krankenkassen und ungarischen Kureinrichtungen abgeschlossen. Selbstverständlich können Sie dieses Angebot nutzen und das aufwendige Antragsverfahren den Spezialisten überlassen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie in diesem Fall nach der Genehmigung nur Ihren Eigenanteil vor der Reise bezahlen müssen. Weitere Rechnungen (medizinische Leistungen, pauschaler Zuschuss von ca. 13 Euro pro Behandlungstag) werden zwischen Krankenkasse und Veranstalter direkt abgerechnet – exakt so, wie die Kosten in Deutschland mit einer Kurklinik abgerechnet werden.


Gesundheitsservice GmbH – im Vertrag Budapest, Bükfürdő Gesundheitsservice Management GSM GmbH
Dönhoffstr. 39
51373 Leverkusen
Service-Hotline: 01803 - 460630
Telefon: 0214357690
Telefax: 0214 35769 – 171

R&E Häckel GmbH
 - im Vertrag Budapest, Bükfürdő, Hévíz
Robert Bosch Str. 14
82054 Sauerlach
Telefon: 08104 90860-0
Telefax: 08104 90860-55

OK-Reisen GmbH
 – im Vertrag Budapest, Hajdúszoboszló, Hévíz, Sárvár, Tapolca
Lange Straße 75
31675 Bückeburg
Telefon: 057223031
Telefax: 057223010
 

Sie können aber auch direkt bei Krankenkassen, z. B: Techniker Krankenkasse ein Angebot – Budapest, Hévíz, Sárvár – KKH –Budapest, Hévíz, siehe TUI Katalog, anfragen oder bei den meisten BKK-s. Die Kassen dürfen keine Anweisung auf Kurmöglichkeiten z. B. in Ungarn erteilen, deswegen müssen Sie Ihren Wunsch für einen Kuraufenthalt in Ungarn äußern und die im vorigen Punkten aufgezählten Antragsschritte unternehmen.


Wichtige Empfehlung
Bitte nehmen Sie Ihre Befunde und Röntgenbilder zwecks Vorlage beim Kurarzt mit.

Steuerliche Anerkennung für Kurreisen

Kosten, die Ihnen für Reisen entstehen, die zur Heilung und Linderung einer Krankheit notwendig sind (vor Antritt Attest besorgen), werden als außergewöhnliche Belastung akzeptiert. Wer krankheits- oder altersbedingt finanziell für eine Begleitperson aufkommt, darf die hierfür entstandenen Kosten ebenfalls berücksichtigen (BFH Az: III R 35/97). Auch hier sollte vor Antritt der Reise ein ärztliches Attest die Notwendigkeit einer Begleitperson bescheinigen. Die unkomplizierte Form einer Kurreise erfolgt auf eigene Zahlung und auf gute Auswahl der Kureinrichtung.


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