Westtransdanubien

ist das an die Slowakei, Österreich, Slowenien und Kroatien grenzende Gebiet, es erstreckt sich von der Donau bis zur Drau, vom Neusiedler See bis zum Balaton. In der Hügellandschaft liegen die an Baudenkmälern besonders reichen Städte West-Transdanubiens. Die Benediktinererzabtei in Pannonhalma wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Region bietet zahllose Freizeitmöglichkeiten: Wassersportarten, Wandern, Angeln, Reiten, Rad fahren usw.. Berühmt sind die guten Weine und das angenehme subalpine Klima.

Bük
Bad Bük liegt an der österreichischen Grenze, nur etwa 100 km von Wien entfernt. Das Heilbad zählt zu den beliebtesten Thermalbädern Ungarns mit internationalem Ruf und ist ein anerkannter Kurort. Das Heilwasser ist reich an Mineralien wie Kalzium, Magnesium und Hydrogenkarbonat, lindert Erkrankungen des Bewegungsapparates, Verdauungsprobleme und Kreislaufstörungen. Auch Urlaubsgäste kommen gerne nach Bük, denn sie schätzen den guten Service der Hotels und den schönen Golfplatz des Birdland Golf & Country Clubs (mit 9 und 18 Löchern). Sehenswert ist das Szapáry Palais. Das ruhige Bükfürdő verfügt über herrliche Park- und Grünanlagen. Die klimatischen Verhältnisse sind hervorragend.

Fertőd
Im Schloss von Fertőd fand 1770 die erste große Festlichkeit statt, als Fürst Miklós Esterházy dem Wiener Hochadel sein neues Haus vorstellte. Das größte und schönste Barockschloss Ungarns wurde in einer Bauzeit von 46 Jahren errichtet. Ein mit Eiben und Springbrunnen geschmückter Hof und ein ursprünglich im französischen Stil - im 19. Jahrhundert im englischen Stil - angelegter Park umgeben das Schloss. Joseph Haydn (1732-1807) verbrachte einen großen Teil seines Lebens im damaligen Eszterháza (heute Fertőd) als Hofkapellmeister. Im Schlossmuseum präsentieren Wandteppiche, Wandleuchter, Mobiliar aus dem 18. Jahrhundert und kostbare Ziergegenstände die barocke Lebensweise. Ein Haydn-Gedenkzimmer kann in der Musikschule besichtigt werden.

Győr
Die "Stadt der Flüsse" kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Sie wurde von den Römern Arrabona genannt und ist seit fast 1000 Jahren Bischofssitz. Győr hat schöne Barockgebäude und ist ein beliebtes Schul- und Industriezentrum. Der alte Stadtkern befand sich an der Mündung der drei Flüsse Donau, Rába und Rábca. Weithin ist die Residenz des Bischofs (Püspökvár, Káptalan domb 5/A), die Bischofsburg, sichtbar. Die ältesten Bauten sind der Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert und die aus dem 15. Jahrhundert stammende Dóczy-Kapelle. In der Héderváry- oder St.-Ladislaus-Kapelle wird ein Meisterwerk der ungarischen Goldschmiedekunst, die vergoldete Herme, das Kopfreliquiar von König Ladislaus I. (1077-1095) aufbewahrt. Zu den wertvollsten Einrichtungen des Doms gehören die zwei "schwarzen Altäre". Die Fresken wurden von Anton F. Maulbertsch angefertigt. 1731 wurden die beiden Barockstandbilder, der Erzengel Michael (Apor Vilmos püspök tér) und das Bundesladendenkmal (Gutenberg tér) fertig gestellt. Im bischöflichen Priesterseminar (Papnevelde, Káptalan domb 26) sind Schatzkammer und Bibliothek der römisch-katholischen Diözese untergebracht. Das Borsos-Museum (Apor Vilmos püspök tér 2) zeigt Graphiken und Skulpturen des Bildhauers Miklós Borsos (1906-1993). In den Kasematten der Burg (Bécsi kapu tér 5) befindet sich ein Lapidarium. Das Kreszta-Haus (Apáca u. 1) beherbergt eine Keramikausstellung der bekannten Keramikerin aus Győr, Margit Kovács (1902-1977).
Der schmiedeeiserne Wetterhahn auf dem Brunnenhaus am Donautorplatz hütet eine Legende aus der Türkenzeit. Am Széchenyi-Platz stehen die Kirche St. Ignatius mit der Nachbildung der Il Gesú in Rom und das Ordenshaus mit dem Szechenyi-Apothekenmuseum. Beliebt ist Schloss Zichy (Liszt Ferenc u. 20) besonders für Konzerte und Hochzeiten. Das alte Rathaus (Rákóczi u. 1) weist schmiedeeiserne Verzierungen auf, das neue Rathaus (Városház tér) ist ein imposantes neobarockes Gebäude. Ein für die Stadt typischer, üppig verzierter Erker schmückt das Rosalia-Haus (Kazinczy u. 21). Das Schloss Esterházy (Király u. 17) beherbergt die Gemäldesammlung.

Ják
Eines der schönsten romanischen Gotteshäuser Ungarns, die ehemalige Benediktinerabtei, heute Pfarrkirche St. Jakob, wurde zwischen 1214 und 1256 errichtet.

Köszeg
In Köszeg erklingen nicht nur mittags, sondern auch um 11.00 Uhr die Glocken und erinnern an den Burgkommandanten Miklós Jurisics, der die Türkenübermacht bekämpfte und um 11.00 Uhr besiegte. 25 Tage lang hatte er Burg und Stadt gegen das türkische Heer von Sultan Suleiman erfolgreich verteidigt. Die Jurisics-Burg (Rájnis József u. 9) entstand im 13. Jahrhundert, ihre heutige Gestalt erhielt sie nach dem Brand von 1777. Prächtige Baudenkmäler säumen den Jurisics-Platz. Imposant ist Tor der Helden, daneben steht das Arkadenhaus. Nahezu alle Häuser rundum stehen unter Denkmalschutz. Das Rathaus (Jurisics tér 8) wurde im 15. Jahrhundert erbaut und trägt Merkmale der Gotik und des Barock. Die Kirche Sankt Emmerich vereint mehrere Baustile, die Kirche Sankt Jakob (Jurisics tér) gehört zu den ältesten Denkmälern der Stadt. Sehenswert ist auch die Herz-Jesu-Pfarrkirche.

Koszeg-Gebirge
Im Landschaftsschutzgebiet Koszeg gedeihen seltene Pflanzen, es bietet herrliche Ausflugsziele, z. B. "Sieben Quellen". Im 18. Jahrhundert wurden die Steier-Häuser erbaut. Der Irottko ist mit 883 Metern der höchste Berg Transdanubiens. Die Weinkellerzeile in Cák besteht aus acht denkmalgeschützten Kelterhäusern. Auf dem 568 Meter hohen Berg über Velem steht die im 13. Jahrhundert erbaute Kapelle des heiligen Vid. Sehenswert ist auch das ehemals königliche Jagdschloss, Schloss Sibrik in Bozsok.

Nagycenk
war der Wohnsitz des bedeutenden Staatsmannes des 19. Jahrhunderts, des Grafen István Széchenyi. (1791-1860), das Schloss gehörte zu seinem Familienbesitz. Der „größte Ungar" ließ die Kettenbrücke in Budapest bauen, gründete die Ungarische Akademie der Wissenschaften, förderte die Donaudampfschifffahrt und führte die Rennpferdezucht in Ungarn ein. Das Schloss kann heute als Széchenyi-Gedenkmuseum besichtigt werden. Züge der Museumsbahn starten nach Fertoboz, von der klassizistischen Gloriette aus hat man eine einmalige Aussicht auf den Neusiedler See. Vom Schloss führt ein Weg zur Familiengruft, in der die Széchenyis ihre letzte Ruhe fanden.

Pannonhalma
Auf dem St.-Martin-Berg erhebt sich der Gebäudekomplex der Benediktinerabtei, welche zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Papst Johannes Paul II. besuchte sie anlässlich des 1000. Jahrestages der Erzabtei.
Aus der Kirche gelangt man durch das spätromanische Prunkportal „Porta Speciosa" in den Kreuzgang, von hier führt ein Verbindungskorridor in das Kloster. Mit 360.000 Bänden ist die Benediktiner-Bibliothek eine der größten der Welt. Zum Kloster gehören außerdem ein Gymnasium und ein Internat, Benediktiner unterrichten hier. Das Arboretum besteht aus Abteipark und einem Waldpark. Das Millenniumsdenkmal entstand vor rund einhundert Jahren anlässlich des 1000. Jahrestages der ungarischen Landnahme.

Sárvár
Einst befand sich hier die römische Siedlung namens Bassiana. Eine lange, steinerne Brücke führt zum Tor des Renaissance-Burgschlosses Nádasdy (Várkerület 1), das im 16. Jahrhundert am Standort der ehemaligen mittelalterlichen Festung als Adelssitz der Familie Nádasdy errichtet wurde. Das Schlossmuseum präsentiert die Burg- und Stadtgeschichte, zeigt Wissenswertes über die ungarischen Husaren und eine umfangreiche Kunstgewerbe-Sammlung. Im Arboretum von Sárvár (Várkerület 30) stehen eine 36 Meter hohe Pyramideneiche und vier über 300 Jahre alte Eichen. Das salzhaltige Wasser des Heilbades (Vadkerti u. 1) wird bei verschiedenen Erkrankungen empfohlen, Sárvárer Thermalkristalle" können auch zu Hause als Badekur angewandt werden.

Sopron
Das heutige Sopron entwickelte sich aus dem römischen Ort Scrabantia, einer wichtigen Station an der Bernsteinstraße. Es liegt dicht an der österreichischen Grenze zwischen Kiefernwäldern und Weingärten, das Klima ist subalpin. Wahrzeichen der Stadt ist der 61 m hohe Feuerturm, wo Skulpturen, Steinmetzarbeiten und Mauerreste im unteren Geschoss ausgestellt sind. In den oberen Stockwerken des Turms befindet sich die Ausstellung über die Stadtgeschichte. Den barocken Hauptplatz prägt die „Ziegenkirche" (Benediktinerkirche), die im 17. Jahrhundert Schauplatz von Krönungen und Landtagssitzungen war. Das Storno-Haus (Fő tér 8.) mit dem barocken Eckerker ist ein Museum, prall gefüllt mit Antiquitäten und heimatkundlichen Exponaten der Familie Storno. Die Dreifaltigkeitssäule aus dem 17. Jahrhundert ist ein Kunstwerk des ungarischen Barock. Ein neogotisches Bauwerk des 19. Jahrhunderts ist die Kirche der Ursulinen (Orsolya tér 2.). Die alte Synagoge (Új u. 22.) stammt vom Ende des 13. Jahrhunderts. Das Eggenberg-Haus (Szent György u. 12.) wurde im Stil der Spätrenaissance errichtet. Die Fresken der 600-jährigen gotischen Kirche Sankt Georg (Szent György utca) stammen aus dem 18. Jahrhundert. Im Burgviertel laden heute elegante Geschäfte zum Einkaufsbummel ein. Hier steht auch die Mariensäule. Die gotische Heiliggeistkirche (Szentlélek utca) gehört zu den wertvollsten Denkmälern der Stadt, imposant ist das vor 300 Jahren errichtete Zwei-Mohren-Haus (Szent Mihály u. 9). Der Turm der gotischen Kirche Sankt Michael (Szent Mihály utca) überragt die Stadt. Museumsstraße heißt die „Templom utca", verschiedene Galerien und Sammlungen reihen sich aneinander. Im ehemaligen Franziskaner- und späteren Benediktiner-Ordenshaus (Haus Nr. 1) ist der mittelalterliche Kapitelsaal, ein großartiges Baudenkmal, erhalten geblieben. Im Esterházy-Palais (Haus Nr. 4.) ist eine Ausstellung über Forstwirtschaft, Holzindustrie, Vermessungstechnik, in Ungarns einzigem Bäckermuseum (Pékmúzeum, Bécsi u. 5.) sind Backstube, Bäckerwohnung, Konditorei und Zuckerbäckerei untergebracht. Das Franz-Liszt-Museum zeigt Ausstellungen über Stadtgeschichte, Volkskunst und angewandte Kunst.
Die „Lövérek-Berge" umgeben Sopron und bieten ideale Ausflugsmöglichkeiten. Beliebt sind das Waldbad (Lövér körút 82) und das Seemühlenbad (Tómalom-fürdo).

Szombathely
Die römische Stadt Savaria wurde um 50 n. Chr. von Kaiser Claudius gegründet. Auf dem Ruinenfeld der ehemaligen Stadt (Romkert, Templom tér 1-3) wurden die Grundmauern öffentlicher Gebäude, die Fragmente eines Isis-Heiligtums aus dem 2. Jahrhundert freigelegt. Der Stadthalterpalast, das Mercurius-Heiligtum, die öffentlichen Bäder, fast 50 m Straßenbelag der Bernsteinstraße und das Zollhaus sind sehenswert. Eine der größten Barockkirchen Ungarns ist die Basilika (Templom tér). Der Festsaal des im Zopfstil errichteten Bischofspalais (Püspöki Palota, Berzsenyi tér 3) „Sala terrena" gehört zu Ungarns schönsten Barocksälen.
Neben der gotischen Pfarrkirche der heiligen Elisabeth (Aréna u. 1) aus dem 14. Jahrhundert befindet sich das ehemalige Franziskanerkloster. Im Altarraum der ehemaligen Dominikanerkirche St. Martin sieht man gotische Wandbilder, die den berühmtesten Sohn der Stadt, zugleich Bischof von Tour, den heiligen Martin, darstellen.

Őrség
Das Erholungsgebiet an den bewaldeten Hängen spielte schon seit dem 10. Jahrhundert eine wichtig Rolle beim Schutz der Landesgrenze (der Name Őrség bedeutet „die Warte"). Das südlich von Körmend und Szentgotthárd liegende Hügelland ist aus ethnografischer und kultureller Sicht eine besondere Welt. Die Siedlungen entstanden auf den Berggipfeln als „strategische Siedlungen" von jeweils fünf bis zehn Gehöften. Jedes der 18 Dörfer bewahrte die Siedlungsform der Landnahme, nahezu jedes Dorf hat ein altes Haus oder einen Glockenturm aufzuweisen. Der schönste Glockenturm steht in Pankasz. Das Zentrum der Őrség ist Oriszentpéter. Zeugnisse ländlicher Baukunst bietet das Pityszer Museumsgehöft Szalafo. Die Kirche von Velemér (13. Jh.) hat wunderschöne Fresken, eine mittelalterliche Kirche steht auch in Hegyhátszentjakab. Der Vadása-See in der Nähe des Dorfes ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Die Őrség ist Ungarns größtes Landschaftsschutzgebiet. Hier wurden 200 Quellen, 15 klare Bäche, 500 große Falterarten und als botanische Seltenheit der Frauenmantel registriert. Berühmt sind die Töpfererzeugnisse der Region, die Gastronomie und die volkstümlichen Traditionen (Baumstämme ziehen, Maibaum aufstellen).