Ungarn und die EU

Donaustrategie: Meilenstein für die touristische Entwicklung

CMT in Stuttgart, 15. Januar 2011.

Im ersten Halbjahr 2011 übernimmt Ungarn erstmals die EU-Ratspräsidentschaft und schließt damit den von Spanien und Belgien begonnenen Zyklus ab. Als ein zentrales Projekt wurde die Ratifizierung der sogenannten Donaustrategie durch den Europäischen Rat definiert. Nicht nur politisch, auch touristisch ist diese Strategie von großer Bedeutung: Mit transnationalen Projekten sollen unter anderem die Bereiche Infrastrukturentwicklung, Nachhaltigkeit des Tourismus und die gemeinsame touristische Vermarktung gefördert werden. Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, den Donauraum zu einer europäischen Schlüsselregion des 21. Jahrhunderts zu machen.

„Die touristische Attraktivität Ungarns ist zu einem großen Teil der Donau zu verdanken. In vielen Orten entlang des Stromes ist der Tourismus ein wesentliches wirtschaftliches Strukturmerkmal. Doch das Potenzial ist noch lange nicht erschöpft. Deshalb ist uns die Donaustrategie sehr wichtig, die Ungarn, aber auch allen anderen Anrainer-Staaten neue Möglichkeiten und Chancen eröffnet", so Kristóf Sztojanovits, Deutschland-Direktor des Ungarischen Tourismusamtes.


Von ihrer Quelle im Schwarzwald bis zur Mündung in das Schwarze Meer legt die Donau fast 3.000 Kilometer zurück. Sie verbindet insgesamt 14 Staaten, davon acht Mitglied der EU. Über 115 Millionen Menschen mit unterschiedlichen Kulturen leben in ihrem Einzugsgebiet.


Touristische Highlights entlang der Donau
Zahlreiche Donaulandschaften und Nationalparks entlang der Wasserstraße sind von hoher touristischer Bedeutung. Berühmt ist beispielsweise das „Donauknie": Der 60 Kilometer lange Flussabschnitt macht rund ein Siebtel der Gesamtlänge des Stromes auf ungarischem Gebiet aus. Das Panorama ist spektakulär – die Donau ist hier beidseitig von Mittelgebirgshöhen gesäumt und nimmt zwei dramatische Richtungsänderungen vor, bis sie hinter Visegrád scharf nach Süden in Richtung Budapest abknickt. Dabei teilt sie sich in zwei Arme, zwischen denen sich eine langgezogene Insel befindet – ein beliebtes Ausflugsziel auch für Wassersportler.


Wer will, kann dem Verlauf der Wasserstraße mit dem Fahrrad folgen: Der Donauradweg ist einer der populärsten Radfernwege. Zudem spielt der Flusskreuzfahrttourismus eine wichtige Rolle, insbesondere die Strecke von Passau oder Wien nach Budapest ist sehr beliebt.


Ob auf dem Sattel, mit dem Auto oder per Schiff unterwegs – die Reise entlang der Donau führt Besucher zu einer Fülle von sehenswerten Einzelzielen: So gehört beispielsweise Esztergom – neben Budapest selbst – zu den bekanntesten Städten an der Wasserstraße. Wahrzeichen der Stadt sind die im Jahre 972 erbaute und damit älteste Burg Ungarns sowie die im 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil umgebaute Basilika, die größte Kirche des Landes.


Visegrád, etwa 40 Kilometer nördlich von Budapest im Donauknie gelegen, ist wegen seiner Zitadelle und den Überresten des Königspalastes ein beliebtes Besucherziel. Turbulent geht es hier jedes Jahr im Sommer zu, wenn sich bei den Burgfestspielen edle Ritter und schöne Burgfräulein ein Stelldichein geben.


Verwinkelte Straßen, die sieben Kirchtürme, die farbenfrohen Häuser, zwei Dutzend Museen und nicht zuletzt das überall gegenwärtige mediterrane Flair zeichnen die am westlichen Donauarm liegende Künstlerstadt Szentendre aus.

Hintergrund zur Donaustrategie
Die EU-Kommission war im Juni 2009 vom Europäischen Rat aufgefordert worden, bis Ende 2010 eine Donau-Strategie auszuarbeiten. Ziel ist es, Probleme des Donau-Raums auf europäischer Ebene gemeinsam besser lösen zu können und Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Mehr Infos: http://ec.europa.eu