Der Theiß-See

Die Magie der Puszta am Wasser: Der Theiß-See. Ein großes Süßwasseraquarium, ein Paradies für Angler und Naturliebhaber, Badespaß für die ganze Familie und goldene Sonnenuntergänge über der unendlichen Steppe.

Wer mit dem Osten Ungarns nur trockene Puszta in Verbindung bringt, erlebt am Theiß-See (Tisza-tó) eine große Überraschung. In wenigen Jahrzehnten entstand durch die Aufstauung der Theiß ein langgestrecktes Wasserparadies. Während sich im unteren Bereich Badeurlauber und Wassersportler tummeln, stellt der obere Theiß-See ein wichtiges Rückzugsgebiet für seltene Vogelarten dar. Hier, nördlich der Fernstraße 33 steht der Theiß-See unter striktem Naturschutz. Hierhin ziehen sich unter anderem Schwarzstörche, Schwarze Milane und Seeadler zurück. Als Teil des Nationalparks Hortobágy gehört dieser Bereich des Theiß-Sees zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Ungarn ist wohl kaum woanders authentischer als in der Puszta, diesem unglaublichen Ort, wo vor Jahrhunderten die Hirten (Gulyás) das weltberühmte Gulasch erfunden haben. Die große ungarische Tiefebene schafft eine einzigartige Stimmung. Es ist ein weites Land mit besonderem Licht und einer eigentümlichen Ruhe. Mitten in dieser unvergleichlichen Landschaft liegt der Theiß-See. Er bietet viel mehr als nur ein abwechslungsreiches Badevergnügen: Er stellt ein einmaliges Naturparadies dar.

Der See ist Heimat vieler seltener Vögel und zur Zeit der Vogelwanderung herrscht dort eine ganz eigene, mystische Stimmung. Im Frühling erblüht am See nicht nur die unglaublich vielfältige Vegetation. Im Juni kommt es auch zur  sogenannten „Theißblüte": die Paarung von Milliarden von Eintagsfliegen. Dieses einmalige Spektakel dauert nur sehr kurz.

Vergnügen, Abenteuer und Erholung am See finden jedoch den ganzen Sommer statt. Dafür sorgen z.B. der lebhafte Aquapark im touristischen Dreh- und Angelpunkt Abádszalók mit seinen Rutschen, Jetskis oder Bananenbooten. Hinter dem Deich erstreckt sich für Badegäste und Surfer der Theiß-See bis zum Horizont. Die moderne Wasserskianlage ist ebenfalls sehr populär und an den Sommerwochenenden sind im Badeort regelmäßig heiße Open-Air-Konzerte angesagt. Am Strand und Campingplatz im verschlafenen Sarud geht es jedoch viel ruhiger zu. In Tiszafüred befindet sich ein Thermalstrand mit Campingplatz und direkt am See liegt das moderne Vier-Sterne Balneum Spa Hotel mit herrlichem Blick auf das Wasser. Ökotouren sind ein Muss. Naturlehrpfade wie der Theißblumen-Pfad informieren über Fauna und Flora am See. In der Brutzeit zeigen Ihnen die Führer gut versteckte Nester der Wasservögel. Vom Szabics Bootshafen werden lehrreiche Fahrten über den See angeboten. Wem die Natur alleine zu wenig Unterhaltung bietet, der kann den 18 Hektar großen Piraten-Abenteuer-Park mit Kletterwand, Seilbahnen oder Hindernis-Parcour besuchen. Er befindet sich auf einer Insel bei Tiszafüred. Tiszafüred ist zudem als Töpferort überregional bekannt. Einige Werkstätten stehen Besuchern offen.

Auf Dämmen und markierten Radwegen umrunden Sie den See leicht an einem Tag. Oder Sie werfen sich auf eine andere Art Sattel: Im Reiterhof von Poroszló macht das viel Spaß. Bequemer voran geht es auf gemütlichen Kutschenfahrten den See entlang. Immer wieder lockt es jedoch in die Inselwelt des Theiß-Sees – ein idealer Tummelplatz für Kanufahrer. Von Poroszló organisiert der Nationalpark Hortobágy spannende Touren auf dem sog. Wasserpfad: Ein Bohlenweg führt mitten durch eine Schilfinsel. Im mittleren Seeabschnitt hat auch die seltene Wassernuss ein sicheres Refugium. In Poroszló befindet sich ein richtiges Highlight des Sees: das 2014 eröffnete Theiß-See Ökozentrum mit dem größten Süßwasseraquarium der Welt. In einer Glasröhre mitten im Aquarium stehend schweben die Fische über Ihnen. Die hier gezeigten Tiere gibt es natürlich auch freilebend im See. Über 50 Fischarten fordern die Angler heraus, ihr Können zu zeigen. Am Theiß-See wird auch in der Nacht geangelt, die durch den Untergang der Sonne eingeleitet wird.


EuroVelo 11 - Flusstour entlang der Theiß
(Region Puszta und Theiß-See)

Bis ins 19. Jh. wurde die Tiefebene regelmäßig durch die Hochwasser der Theiß überschwemmt. Mit der Begradigung des Flusses fielen diese Gebiete trocken. Der Theiß-See gleicht diesen Verlust künstlich wieder aus und schuf im Osten Ungarns eine völlig neue Lebenswelt. Dabei handelt es sich nicht um einen durchgehenden See im klassischen Sinne, der Theiß-See ist vielmehr in kleinere Bereiche gegliedert, die vom Lauf der alten Theiß sowie künstlichen Inseln geprägt sind. Diese Vielfältigkeit macht den Theiß-See überaus attraktiv.