Südtransdanubien

Im Süden der ehemaligen römischen Provinz Pannonia kennzeichnen üppige Wälder, endlose Ebenen, verträumte Täler und sanfte Hügel das Gebiet südlich des Balaton zwischen der Donau und dem südlichen Grenzfluss Drau. Das angenehme Klima und die saubere Luft in dieser Region lädt zu Ausflügen, sportlichen Aktivitäten, Besichtigungen der reichlich vorhandenen Denkmäler und zu Naturbeobachtungen ein. Teil des Weltkulturerbes der UNESCO ist der frühchristliche Friedhof von Pécs.

Abaliget
Berühmt ist die Tropfsteinhöhle mit heilklimatischer Wirkung.

Decs
ist das Zentrum von Sárköz, hier werden die Volkskunst-Traditionen wie weben, sticken, klöppeln, Eier bemalen, Fransen binden und Perlen auffädeln, gepflegt, ein Besuch des Heimatmuseums (Tájház, Kossuth L. u. 34) ist empfehlenswert.

Dombovár-Gunaras
Die Stadt wurde nach der Burg des Grundherren Pál Dombo benannt. Heute steht nur noch ein Teil der Ruine am Kapos-Ufer, nach den nistenden Vögeln Storchenburg genannt. Das Heil- und Thermalbad bietet Linderung bei Schmerzen, Rheuma und Entzündungen. 7 Schwimmbecken, Riesenrutschen und einen großen Park findet man im Strandbad.

Gemenc
ist der schönste Auwald der Donau. Durch das geringe Landschaftsgefälle verzweigen sich Sió und Donau und umspülen viele kleine Inseln. Weiher, Sümpfe, Altwasser und Inseln prägen das Landschaftsschutzgebiet. Weiden, Eichen, Pappeln, Maiglöckchen, Fischreiher, Bussarde, Schwarzstörche, Silberreiher, Wasservögel und Hirsche bevölkern die Inseln. Der Wald von Gemenc kann nur per Schiff oder Schmalspurbahn erreicht werden.

Harkány
Entlang der Bruchlinien an der Südgrenze des Villány-Gebirges tritt Heilwasser mit hohem Schwefelanteil an die Erdoberfläche. Harkány ist seit 200 Jahren anerkannter Kurort. Das Heilwasser stammt aus einer Schwefelquelle und enthält Sulfidionen in Gasform. Im Heil- und Strandbad (Kossuth L. u. 7) von Harkány wird es bei Rheuma, Hautkrankheiten, nach Knochenbrüchen, Unfällen, bei Gelenk- und Nervenentzündungen, Frauenleiden und als Trinkkur bei Magenproblemen verordnet. Großer Beliebtheit erfreut sich der großzügige Badekomplex mit modernster Technik.

Kaposvár
Der Name der Stadt erinnert an die kleine, von Sumpfgebieten des Flusses Kapos umgebene Burg, die zur Verteidigung der Gegend diente. Die Kleinstadt liegt zwischen Balaton und Mecsek-Gebirge. Das markanteste Gebäude ist die Liebfrauenkirche, seit 1993 bischöflicher Dom. Bunte, handbemalte Glasfenster schmücken das Rathaus. Die schönsten Jugendstilbauwerke sind das Hotel Elisabeth (Noszlopy utca), das Haus Dorottya und das Gergely-Csiky-Theater. Das ehemalige Komitatshaus (Fo u. 10) ist eines der geschmackvollsten klassizistischen Gebäude Transdanubiens. Das Rippl-Rónai-Gedenkmuseum (Rómahegy) stellt das Lebenswerk des Malers vor. Die Pannon-Reiterakademie ist die beste Ausbildungsstätte für Pferdefachleute und die Pferdedressur. Berühmt sind das internationale Springreitturnier im März und der Weltcup im Preisspringen im Oktober. Das salzhaltige Heilwasser des Thermal- und Strandbades (Csik Ferenc sétány 1), wird therapeutisch genutzt. Der Stausee von Deseda bietet Wassersport- und Angelmöglichkeiten.

Mecsek-Gebirge
Berge und Täler, saubere Luft, wunderschöne Landschaften, die bunte, geschützte Pflanzenwelt, die Felsformationen des Jakab-Berges (592 m), die Vielzahl der Wasserfälle im Melegmány-Tal prägen das Gebiet. Der höchste Berg heißt Zengo (682 m). Sehenswert ist der 28 ha große Maronenwald. Im Tal von Óbánya gibt es idyllische Dörfer, Wanderwege sowie Arboreten in Kisújbánya und Püspökszentlászló.

Mohács
ist Schauplatz des fröhlichen ungarischen Volksbrauches, des „Buscho-Umzugs". Den Faschingsumzug bestreiten furchterregende, lärmende Buschos, bei Anbruch der Nacht wird mit einem Feuer der Winter beerdigt und der Frühling begrüßt wird. Mohács ist auch mit einem der größten Schicksalsschläge Ungarns eng verbunden: mit der Niederlage auf dem Schlachtfeld von Mohács am 29. August 1526. Etwa 20.000 ungarische Soldaten, darunter König Ludwig II., fielen in der Schlacht, danach begann die 150 Jahre währende Türkenherrschaft. Am 400. Jahrestag der Schlacht wurde die Votivkirche, die „Gedenkkirche auf dem Schlachtfeld" (Széchenyi tér) gestiftet. Das Dorottya-Kanizsai-Museum (Szerb u. 2) informiert über die Geschichte der Stadt und die Schlacht. Das Nationalitätenmuseum (Városház u. 1) präsentiert Volkstrachten und Textilkunst der Kroaten. Die Historische Gedenkstätte Mohács liegt am Weg nach Sátorhely.

Orfu
An den Seen von Orfu befinden sich Strandbäder, Urlaubersiedlungen, Angelplätze, man kann schwimmen und rudern, wandern, reiten, Rad fahren und das Mühlenmuseum besichtigen.

Pécs
Die alten Römer errichteten aus dem Gestein des Mecsek-Gebirges und dem Karstwasser eine Siedlung am Fuße des Berges Misina. „Sopiane" war ein wichtiges Zentrum des frühen Christentums. Aus dem 4. Jahrhundert stammt eine Begräbnisstätte mit 16 Bauwerken, deren einmaliger Wert von der UNESCO mit der Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes gewürdigt wurde. Hervorzuheben ist das frühchristliche Mausoleum (Szent István tér), wo man in der bemalten Grabkammer ein Christusmonogramm und die Überreste von drei Sarkophagen freigelegt hat. Seit 1009 ist die Stadt Bischofssitz. Römische Grabkammern, türkische Moscheen, schlanke Minarette, kunstvolle Keramiken aus Zsolnay, Mandelbäume, gemütliche Lokale und Cafés prägen Pécs (Fünfkirchen). Auf dem Domplatz steht die Basilika mit kostbaren Kunstschätzen und Fresken der Maler Bertalan Székely und Károly Lotz, mittelalterliche Skulpturen und Steinmetzarbeiten zeigt das Lapidarium. Die Barbakane (Esze Tamás u. 2) aus dem 15. Jahrhundert, eine runde Bastion, schützte den Haupteingang der Bischofsburg.
An 150 Jahre Türkenbesatzung erinnern die „Djami" (Moschee) des Paschas Ghasi Kasim (Széchenyi tér), die Moschee des Paschas Jakowali Hassan (Rákóczi u. 2) und das Grabmal (Türbe) des Idris Baba (Nyár u. 8). Aus der Barockzeit stammen die Einrichtungen von Kirche und Kloster des Franziskanerordens (Ferencesek utcája 35). Sehenswert sind dieAllerheiligenkirche (Mindenszentek-templom, Tettye utca), das Karmeliterkloster und die Liebfrauenkapelle von Havashegy. Der Zsolnay-Brunnen am Hauptplatz (Széchenyi tér) ist ein Prachtstück des Jugendstils.
In der Straße Káptalan utca befinden sich viele Museen und Kunstgalerien mit den unterschiedlichsten Sammlungen und Ausstellungen. In der Synagoge (Kossuth tér) haben 1000 Gläubige Platz, die Orgel ist ein Meisterwerk der Firma Angster aus Pécs.

Pécsvárad
Die Benediktinerabtei ist eine Gedenkstätte der ungarischen Staatsgründung. Bischof Asztrik, der erste Abt der 1000 gegründeten Abtei, überbrachte König Stephan I. die heilige Krone aus Rom. Im 13. Jahrhundert wurde die Burg errichtet, das Burgmuseum (Vármúzeum, Vár u. 45) zeigt archäologische Funde.

Siklós
In der südlichsten Stadt Ungarns steht die Burg von Siklós, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen, 1294 erstmals urkundlich erwähnt. Sehenswert sind die gotischen Erker (14. und 15. Jh.) und die Burgkapelle, die Renaissance-Barbakane mit der Zugbrücke und die barocke Burg. Das Burgmuseum beherbergt Kerkermuseum, Lapidarium und die Geschichte der Pécser Handschuhe. Die Moschee des Malkoc Bei (Vörösmarty utca) wurde restauriert. Im ehemaligen Franziskanerkloster finden alljährlich internationale Keramik – Symposien statt.

Szenna
Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist das Freiluft-Dorfmuseum (Múzeumfalu, Rákóczi u.2). Die Gebäude wurden an ihrem alten Standort zerlegt und danach auf dem Museumsgelände nach traditioneller Methode wieder aufgebaut und erinnern an ein altes Straßendorf.

Szekszárd
Die Stadt liegt am Schnittpunkt verschiedenartiger Landschaften. Dem Weinbau verdanken die Bewohner der Stadt ihren guten Ruf, besonders beliebt sind die Rotweine aus dem Szekszárder Weingebiet. Die Liszt-Gedenktafel am Augusthaus (Széchenyi u. 36-40) belegt den Aufenthalt des berühmten Komponisten. Im Komitatshaus (Béla tér) präsentiert eine Franz-Liszt-Gedenkausstellung den Flügel, Briefe und eine Büste des genialen Pianisten und Komponisten. An den bedeutenden Dichter des 20. Jahrhunderts, Mihály Babits, erinnert ein Museum, welches in seinem Geburtshaus (Babits M. u. 13) eingerichtet wurde. Der mittelalterliche Stadtkern befand sich am heutigen Béla-Platz, wo die größte einschiffige Barockkirche Europas, die Kirche Sankt Ladislaus steht. Im Hof des klassizistischen Komitatshauses befindet sich die Ruine der im 11. Jahrhundert errichteten Benediktinerabtei. Die Deutsche Bühne Ungarn (Garay tér) produziert deutschsprachige Theateraufführungen.

Szigetvár
In Szigetvár entdeckt man auf Schritt und Tritt Zeugnisse aus der Türkenzeit. Seit der Schlacht gegen die Türken 1566 ist die Burg das Symbol für die uneigennützige Heimatliebe. Ein gigantischer Löwe erinnert als Denkmal an den Burghauptmann Miklós Zrinyi und die Helden von Szigetvár. Auf dem ehemaligen Schlachtfeld, heute Park der ungarisch-türkischen Freundschaft, stehen seit 1996 die Portraits der Feldherren Miklós Zrinyi und Sultan Suliman II., der auch in der Schlacht gefallen ist, nebeneinander.
Zu den Baudenkmälern aus der Türkenzeit gehören die Moschee von Ali Pascha, heute eine barocke Pfarrkirche (Zrinyi tér 9), das türkische Haus (Bástya u. 3) aus dem 16. Jahrhundert, eine Moschee mit Minarett. Das Miklós-Zrinyi-Burgmuseum (Vár u. 19) präsentiert eine Ausstellung über die Burggeschichte. Das salz- und jodhaltige Wasser des Thermalbades (Tinodi u. 23) wirkt lindernd bei Rheuma und Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Villány
„Der Wein von Villány ist ein eleganter Wein, der Wein der Kavaliere und der Damen" schrieb einst Béla Hamvas in seiner „Philosophie des Weins". Das submediterrane Klima bringt die besten Rotweine des Landes hervor, aber auch sonnengereifte, gehaltvolle Weißweine. Die erste ungarische Weinstraße wurde im Herzen der historischen Weinregion zwischen Villány und Siklós eingeweiht. Sie ist 30 Kilometer lang, umfasst 8 Siedlungen und 2000 ha Weingärten. In Villány führt die Hauptstraße zwischen den Kellereien zum Weinmuseum, das über die Geschichte des Weinbaus informiert (Bormúzeum, Bem u. 8). Alle 2 Jahre finden im Oktober Rotweinfestivals statt. Am Berghang befindet sich ein Statuenpark, wo im Sommer zahlreiche Bildhauer arbeiten. Die Skulpturen der Künstler sind seit 30 Jahren Teil der Sammlung.