Südliche Tiefebene

"Das Meer der Ebene"– so beschrieb der ungarische Dichters Sándor Petőfi die ungarische Puszta und die Theiß. In dieser Gegend werden die meisten Sonnenstunden gezählt, Thermalwasser sprudelt hier reichlich.

Baja

Die Hafenstadt liegt an der Donau und am Donauarm Sugovica. Deutsche, Kroaten, Serben und Ungarn leben hier seit Jahrhunderten zusammen. Besonders sehenswert sind das Rathaus (városháza, Szentháromság tér 1), ein Neorenaissance – Gebäude, die Franziskanerkirche (ferences templom, Bartók B. u. 1.) mit Rokokoaltar, das Altarbild der Kirche St. Peter und Paul (Tóth Kálmán tér), die Ikonostase der serbischen Kirche (szerb templom, Miklós u.) und das Gebäude ehemaligen Synagoge (Munkácsy u. 9.). Die Geschichte der Fischerei zeigt das Museum (Deák F. u. 1.), das nach István Türr, dem berühmten Sohn der Stadt und Architekten des Kanals von Korinth, benannt wurde. Die von der Sugovica umschlossene Insel ist ein Touristenparadies. Es gibt Schwimmbad und Tennisplatz, der Hafen liegt an der Rhein-Main-Donau-Wasserstraße. Die berühmte Fischsuppe von Baja ist im Guinnessbuch der Rekorde zu finden, jedes Jahr am zweiten Samstag im Juli köchelt gleichzeitig in 2000 Kesseln auf offenem Feuer die Fischsuppe.

Békéscsaba

Weltbekannt sind die schmackhafte Csabaer Wurst und die berühmten Werke der Druckerei Kner. Die evangelische Großkirche verfügt über 2900 Sitzplätze und eine ausgezeichnete Akustik (Széchenyi tér), sie ist Ungarns größte evangelische Kirche. Das Munkácsy- Museum (Széchenyi u. 9.) zeigt 15 Werke des größten Malers aus dem 19. Jahrhundert, Mihály Munkácsy. Mit 500 Quadratmetern Wandmalerei von László Patay überrascht die Herz-Jesu-Kirche (Jézus szíve templom, Erzsébethely városrész /Stadtteil) die Besucher.

Bugac

Die Bugac-Puszta, anerkanntes Biosphärenreservat, ist Teil des Nationalparks Kiskunság. Das Touristikzentrum bietet Reitervorführungen an (Geschicklichkeit, Vorstellung der Reiter, Ausritte und Kutschfahrten), am beliebtesten sind das Pferdetreiben und der Puszta-Fünfer. Das Hirtenmuseum (Pásztormúzeum, Bugac-puszta) gibt einen Überblick über den Alltag der Hirten, die Schitzereien und den Bau der Hütten.

Csongrád

Die hübsche Stadt liegt am Zusammenfluss von Theiß und Körös. In der Innenstadt befinden sich dreißig denkmalgeschützte Fischerhäuser, die aus dem 14. Jahrhundert stammen. Das Csongráder Landschaftshaus (Gyökér u. 1.) ist ein Fischerhaus mit Ofen und Kamin. Als Freizeitmöglichkeiten bieten sich Schiffsausflüge auf der Theiß, Jogging und Fahrradtouren am Theißufer sowie der Besuch des Heilbades (Dob u. 3–5.) an.

Gyula

Blumen, Rosengärten, gepflegte Parkanlagen und romantische Promenaden prägen die Stadt. Wahrzeichen der Stadt ist die gotische Burg aus dem 15. Jahrhundert, die einzige Ziegelburg in Mitteleuropa. Eines der schönsten Heilbäder Ungarns ist das Burgbad von Gyula (Várfürdő, Várkert/Burggarten) mit mehreren Schwimm-, Thermal-, Erlebnis-, Wellen- und sogar Taucherbecken. Es befindet sich gegenüber der Burg in einem 8,5 Hektar großen Urpark des ehemaligen Schlosses Almásy. Das 72°C heiße Heilwasser wird u. a. bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, Entzündungen, gynäkologischen Beschwerden, Nervenschmerzen und Magenbeschwerden mit Erfolg angewendet. Das Familien-Erlebnisbad AquaPalast mit einer Wasseroberfläche von 894m² ist ein Wasserparadies für Kinder. Hier gibt es z.B. zwei Riesenrutschen, Lichttunnel und Aufwärtsrutsche sowie Poolbar für die Eltern und Großeltern. Für Ruhe und Entspannung sorgt der Castello Wellness- und Saunapark. Die "hundertjährige Konditorei" (Százéves cukrászda, Erkel tér 1.), zweitälteste Patisserie im Lande (1840), ist bis heute mit dem Originalmobiliar eingerichtet und einen Besuch wert. Der berühmte Sohn der Stadt, Ferenc Erkel, (1810–1893) ist der Gründer der ungarischen Nationaloper und Komponist der Opern Bánk bán, Hunyadi László, und der ungarischen Nationalhymne. Sein ehemaliges Wohnhaus ist heute Museum (Apor Vilmos tér 7.). Der Dürersaal (Kossuth L. u. 17.) wurde nach Albrecht Dürer benannt, da Dürers Vater aus Gyula stammte. "Gyulai Kolbász" ist die beliebte Gyulaer Paprika-Dauerwurst. Die Sammlung "Heilige Jungfrau Maria" (Apor Vilmos tér 11.) enthält Gnadenbilder, Erinnerungsstücke und Kleidungsstücke von Mitgliedern der verschiedenen Glaubensrichtungen.

Hajós

Das Kellerdorf Hajós besteht aus 1200 Kelterhäusern. Mit dem Bau der Kelterhäuserreihe haben die im Mittelalter hier lebenden Schwaben begonnen. In den Wein- und Kelterhäusern kann man Unterkunftsmöglichkeiten und wohlschmeckende Weine finden.

Hódmezővásárhely

Blumenstickereien schmücken Decken und Kissen. Die gestickten Blumenmotive und die handgearbeiteten Keramiken der Töpfer gehören zur Volkskunst dieser Stadt. Auf dem Hauptmarkt, dem Kossuth-Platz steht das im eklektischen Stil erbauteRathaus (Városház, 1.). Diebarocke reformierte Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Das Hotel zum Schwarzen Adler (Fekete Sas Szálló , Nr. 3.) und das Gebäude der ungarischen Kreditbank (Magyar Hitel Bank, Nr. 5.) vertreten den eklektischen Stil. Die Synagoge (Szeremlei u. 3.) trägt Merkmale des ungarischen Jugendstils. Unweit der Stadt liegt die Mártélyer Feriensiedlung mit guten Wassertourismus-Möglichkeiten.

Kalocsa

Kränze aus Paprika und zum Trocknen aufgehängte Paprikaschoten (das unentbehrliche Gewürz der ungarischen Küche), handgemalte, bunte Blumenmusteran den Häusern, hauchdünne, weiße Spitzen, Stickereien mit bunten Blumenmustern und wunderschön bestickte Volkstrachten machten die über tausendjährige Stadt Kalocsa weltweit bekannt. Im Landschaftshaus der Volkskunst (népművészeti tájház, Tompa Mihály u. 7.) kann man wunderbare Stickereien, Trachten etc. bewundern, das ungarische Gewürzpaprika - Museum (Magyar Fűszerpaprika Múzeum, Szent István király út 6.) informiert über Geschichte, Anbau, Verarbeitung von Paprika. Die erzbischöfliche Basilika (Szentháromság tér 1.) ist ein prächtiges Bauwerk, die große Orgel wurde mehrfach von Ferenc Liszt gespielt. In der Schatzkammer der Basilika (Foszékesegyházi Kincstárb, Szentháromság tér 1.) wird auch die Herme des heiligen Stephan, die Kopfreliquie ersten Königs von Ungarn, aufbewahrt. Die Bibliothek des Erzbischofspalastes (érseki palota, Szentháromság tér 1.) umfasst über 150.000 Bände, darunter viele Kodizes und Wiegendrucke.

Kecskemét

Die Stadt wurde durch "Barackpálinka" (Aprikosenschnaps aus Kecskemét), die verzierten Jugendstilgebäude und die „Kodály-Methodik" weltweit bekannt. Am Kossuth-Platz stehen mehrere berühmte Gebäude. Das prachtvoll verzierte Rathaus (Nr. 1.) gilt als Meisterwerk des ungarischen Jugendstils. Zur vollen Stunde erklingt ein Glockenspiel, die Melodie wurde von Zoltán Kodály komponiert. Die älteste Kirche ist die ursprünglich gotische Franziskanerkirche Sankt Nikolaus (Szent Miklós-templom 5.), die größte im Zopfstil erbaute Kirche der Tiefebene ist die Großkirche. Der bekannte ungarische Komponist Zoltán Kodály wurde in Kecskemét geboren. Der prunkvolle "Cifra-Palast" (Rákóczi u. 1.) ist ein großartiges Werk des ungarischen Jugendstils. Piaristenkirche und Ordenshaus (Jókai u. 1.) wurden im ungarischen Barockstil erbaut, die evangelische Kirche (Arany János u. 1.) trägt eklektische Merkmale.

Fast 2500 Gemälde und Skulpturen bietet das Museum der naiven Kunst (Magyar Naiv Művészek Múzeuma, Gáspár András u. 11.).

Versäumen Sie nicht, die ständige  Ausstellung des "expressiv-emotionalen" Impressionisten,  des Malers János Bozsó (1922-1928) anzuschauen. János Bozsó Sammlung (Klapka György u. 34.) Der Erneuerer der Schule der Tiefebene ("Alföldi iskola") war Gründer-Mitglied der Künstlerkolonie in Tiszakécske. Der Sohn der Stadt ist seit 1997 Ehrenbürger der Stadt.

Das ungarische Fotomuseum (Katona József tér 12.) stellt fast 3000 Objekte aus, 1500 Musikinstrumente aus der ganzen Welt präsentiert die Sammlung Leskowsky (Zimay u. 6/A). Die Obstschnapsbrennerei Zwack Unicum AG (Zwack Gyümölcspálinka-fozde és kiállítás, Matkói u. 2.) lädt zur Besichtigung mit "Obstlerprobe" ein.

Kiskunfélegyháza

Besonders sehenswert ist das Rathausvon Kiskunfélegyháza (Kossuth Lajos u. 1), an dessen Wänden farbenprächtige Steinblumen wachsen. Die Keramiken stammen aus der weltberühmten Porzellanmanufaktur Zsolnay. Eng mit der Stadt sind zwei berühmte Vertreter der ungarischen Literatur verbunden: der Dichter Sándor Petofi (1823-1849) und der Schriftsteller, Wissenschaftler und Museumsdirektor Ferenc Móra. Im Hof des Kiskun-Museums (Holló L. u. 9.) – vormals Kerker der Stadt – steht eine Windmühle mit vier Flügeln. Eines der schönsten Denkmäler der Stadt ist die Barockkirche der Heiligen Jungfrau mit der Sichel (Boldogasszony-tenplom, Béke tér).

Kiskunhalas

Die berühmten, hauchdünnen Spitzen von Halas fanden anlässlich der Weltausstellung 1958 sogar in Brüssel, der Heimat der Spitzen, Anerkennung und wurden mit dem „großen Preis" ausgezeichnet. Im "Spitzenhaus" (Csipkeház, Kossuth u. 29) sind die schönsten Exemplare zu bewundern. Neben der Kirche St. Peter und Paul (Szentháromság tér) steht das berühmte Kreuz, an dem der Körper von Jesus Christus nicht mit Nägeln, sondern mit Seilen befestigt ist. Die einzige Synagoge der Region befindet sich in der Petőfi-Straße.


Das Thermalbad (Nagy Szeder I. u. 1.) ist ganzjährig geöffnet.

Kiskunmajsa

Gute Weine und Heilwasser machten die Stadt berühmt. Das Kurbad Jonathermal (Kőkút 26.) bietet verschiedene Heilbehandlungen an.

Lajosmizse

Die alte "Tanyacsárda" bietet Spezialitäten der ungarischen Küche. Pferdevorführungen, "Einödpartys" und temperamentvolle Zigeunermusik stehen auf dem Programm. Empfehlenswert ist der Besuch eines typischen Gehöfts: zahlreiche Stallungen, viele Tiere, Sommerküche, Taubenschlag, Wagenschuppen, Maisscheune.

Mezőhegyes

Das Gestüt und die Zucht von Pferden der Rasse Nonius (ungarische Pferderasse) machten den Ort berühmt. Das Institut des königlichen Gestüts (Királyi Ménesintézet, Kozma u. 30) wurde im Jahre 1784 gegründet. 60 agrarhistorische Denkmäler aus der späten Barockzeit befinden sich hier, z. B. zwei Triumphbogen im Empirestil, die Reitschule, die ehemalige Kaserne der einstigen Kavallerie-Offiziere und das Gebäude der Kommandantur. Das Kutschenmuseum beherbergt die Sammlung ungarischer Kutschen und Gespanne (Kozma u. 32), Requisiten, Equipagen, Fuhrwerke, Pferdeschlitten, Pferdegeschirr und die typische Kleidung der Kutscher.

Das größte "Dreschgebäude" Ungarns (Öregcsűr,Kossuth u. 10) ist der riesige Getreidespeicher (Hild János utca), ein Bauwerk im Empirestil. Die Umgebung der Stadt bietet schöne Reviere, in denen Fasane, Hasen, Rehe und Hirsche gejagt werden können. Angler finden am Frosch-See ihr Glück.

Ópusztaszer

Die erste Ständeversammlung der ungarischen Stämme, die vor über 1100 Jahren in das Karpatenbecken einzogen und das Land einnahmen, fand in Szer statt. Anführer der ungarischen Stämme war Stammesoberhaupt Árpád, dessen Denkmal seit 100 Jahren im Nationalen Historischen Gedenkpark (Nemzeti Töréneti Emlékpark Szoborkert 68) steht. Eindrucksvoll ist das monumentale, 1769 m² große Feszty-Rundbild, dass die Landnahme der Ungarn darstellt. Im Gedenkpark stehen die Überreste des Klosters von Szer, dessen Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. Aus 2000 Einzelteilen wurde die 500 kg schwere Gellért-Glocke wieder zusammengesetzt. Ein einzigartiger Gebäudekomplex zum Thema: "Der Wald ist der Tempel des Lebens" stellt das Verhältnis zwischen Mensch und Natur dar

Orosháza-Gyopárosfürdő

Sehenswert sind die barocke evangelische Kirche(György Vilmos tér) aus dem Jahre 1786, die Volkskunde- und Möbelausstellung im Stántó-Kovács-Museum (Dózsa György u. 5), die Stadtgalerie, das Rágyánsky-Arboretum und das Brunnenmuseum (Könd u. 1). Das Kurbad Gyopárosfürdő ist 3 km entfernt, natriumkarbonathaltiges Heilwasser verschafft seit 1869 Linderung bei Entzündungen und rheumatischen Leiden.

Szarvas

Berühmt ist das Arboretum von Szarvas. Auf 82 ha gedeihen 1600 verschiedene Strauch- und Baumarten. Sámuel Tessedik (1742-1820), international bekannter Wissenschaftler, Landwirt, Pädagoge und evangelischer Pfarrer, gründete vor 200 Jahren die Schule für Landwirtschaftskunde (Vajda Péter u. 1), heute ein Museum. Die Trockenmühle (Ady Endre u. 1) funktioniert noch heute. Der Nationalpark der Region Körös-Maros umfasst Auwälder, Löß- und Pusztagebiete. Der Fluss "Alte Körös" ist ein 30 km langes, stehendes Gewässer und ein Paradies für Wassertouristen und Angler.

Szeged

Szeged liegt am Zusammenfluss von Theiß und Maros, verzeichnet jährlich 2100 Sonnenstunden und heißt "Stadt des Sonnenscheins". Weltberühmt sind die echte Pick-Salami und der für die ungarische Küche typische, milde oder scharfe Gewürzpaprika, der auch reichlich in der Szegediner Fischsuppe Verwendung findet. Die Stadt brachte namhafte Schriftsteller, Dichter und Wissenschaftler hervor, u. a. den Wissenschaftler und Nobelpreisträger Albert Szent-Györgyi, der aus Gewürzpaprika das wichtige Vitamin C herstellte.

Mehrere sehenswerte Gebäude wie Bischofspalast, theologische Hochschule, Verwaltung der Universität und das römisch-katholische Konvikt befinden sich am Domplatz. Die als Gelöbniskirche bekannte Bischofsbasilika bietet 5000 Gläubigen Platz und wurde von den Überlebenden des Hochwassers aus Dankbarkeit errichtet. Der frühgotische Demetriusturm steht auf romanischen Grundmauern. In der Nationalen Gedenkhalle befinden sich die Statuen der 90 bedeutendsten ungarischen Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler. Im Sommer finden die Szegeder Freilichtspiele statt. Das Jugendstil-Rathaus beherrscht den Széchenyi-Platz. In der Nähe steht ein anderes Jugendstilbauwerk, das Reök-Palais (Tisza L. krt. 56). Das Gebäude der neuen Synagoge (Haynoczy u. Ecke Gutenberg u.) zählt zu den schönsten jüdischen Gotteshäusern Europas. Die spätgotische "Kirche Maria Schnee" wurde im 17. Jahrhundert umgebaut und mit einem Franziskanerkloster erweitert (Alsóváros, Mátyás király tér). Das Ferenc-Móra-Museum (Roosevelt tér 1-3) beherbergt eine umfangreiche archäologische Sammlung. Steinerne Zeugen der Stadtgeschichte zeigt das Lapidarium des Burgmuseums (Kotár Stefánia sétány). Das Pick-Salami- und Paprikamuseum (Tiszapart 10) präsentiert die Herstellung der weltberühmten Pick-Salami und die Geschichte ab 1869 (Besichtigung nur nach vorheriger Anmeldung).