Mohács (Pannonien)

Der Mohácser Buschoumzug am Ungarns südlichsten Donautor ist seit November 2009 immaterielles UNESCO Weltkulturerbe.

Ungarns südlichstes Donautor ist Schauplatz des reizvollsten ungarischen Volksbrauches – des „Buschoumzuges", wo inmitten des bunten Treibens anlässlich des Faschingsfestes der Winter beerdigt und der nahende Frühling begrüßt wird. Der Buscho-Gang ist seit November 2009 immaterielles UNESCO Weltkulturerbe.

Der Name dieser Stadt ist aber auch mit einem der größten Schicksalschlägen des Landes eng verbunden. Es handelt sich hier um die vernichtende Niederlage auf dem Schlachtfeld von Mohács am 29. August 1526, bei der etwa 20000 ungarische Soldaten – unter ihnen auch König Ludwig II. – fielen. Anschließend begann die 150 Jahre währende Türkenherrschaft. Anlässlich des 400. Jahrestages der Schlacht wurde aus öffentlichen Spenden eine Votivkirche im byzantinischen Stil, die „Gedenkkirche auf dem Schlachtfeld" am Hauptplatz der Stadt (Széchenyi tér) errichtet. Im Fundament dieser 3600 Personen Platz bietenden Kirche wurde aus 3000 ungarischen Gemeinden, 52 Städten und den 25 Höfen der einzelnen Komitatshäuser zum Gedenken je ein Kilogramm Erde eingebracht, um damit den nationalen Zusammenhalt zu symbolisieren. Der Alabasteraltar ist ebenfalls ein Symbol, mit dem die europäischen Staaten – nach 450 Jahren – den 150-jährigen, heldenhaften Widerstand der Ungarn gegen das nach Westen vordringende Osmanische Reich würdigten.

Im Dorottya-Kanizsai-Museum (Szerb u. 2.) kann man die Geschichte der Stadt und der Schlacht nachvollziehen.

Im Nationalitätenmuseum (Városház u. 1) sind gemäß der im Komitat Baranya lebenden Nationalitäten die Volkstrachten und die Textilkunst der Kroaten, Serben und Slowenen ausgestellt.

Auf dem Weg in Richtung Sátorhely erinnert die historische Gedenkstätte auf dem Türkenhügel an die katastrophale Niederlage. Die Gitterteile des Eisentores erinnern an die Knochen der Gefallenen, die Steinrose symbolisiert das in drei Teile zerlegte Land, der Schwarzkiefernwald steht in der Richtung, aus der die angreifenden türkischen Truppen heranstürmten. Der mit 10000 Eiben gesäumte Garten beherbergt Massengräber, geschnitzte Grabhölzer sowie eine kriegsgeschichtliche und eine archäologische Ausstellung.

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