Schlösser und Burgen

Das größte ungarische Barockschloss, das heutige Königliche Schloss Gödöllő, wurde im 18. Jahrhundert von Anton Grassalkovich I. erbaut. Die prächtigen Räume in Weiß, Gold und Rot, die mit Fresken verzierten Zimmer, die geräumige Reithalle, Marmorbad und Blumenhaus, Barocktheater und der riesige Park präsentieren die aristokratische Lebensart jenes Zeitalters. Das Schloss wurde dem ungarischen Königspaar Franz Joseph und Elisabeth zur Verfügung gestellt und Sissi verbrachte hier zwischen 1867 und 1916 über 2000 Nächte.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg verfiel das prachtvolle Gebäude, nach der Wende wurde es als erstes der ungarischen Schlösser in beispielloser Privatinitiative gerettet. Heute kann man im zentralen Flügel des Prachtschlosses über zwanzig Räume besichtigen, unter anderem den Prunksaal sowie die Privatgemächer der königlichen Familie. Weiterhin sind fünf Zimmer im Bayrischen Trakt, der Musikpavillon und die königliche Loge in der barocken Schlosskirche - zugleich Pfarrkirche des Ortes Gödöllő - für Besucher geöffnet. Barocksaal und Sissis Geheimzimmer können für Veranstaltungen gebucht werden. Im Museum des Schlosses informiert eine Dauerausstellung über das Ungarn der Monarchie.

Im Schloss finden regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen statt, wie z.B. die Gödöllőer Barocktage, das  Internationale Harfenfestival, das Liszt Festival, der Jagdtag, der Gödöllőer Advent und Elisabeths Weihnachten.

Im ersten Halbjahr 2011 war das Königliche Schloss in Gödöllő Austragungsort der ungarischen EU-Präsidentschaft. Vor diesem Ereignis wurden weitere Flügel, die Reithalle und der Schlossgarten restauriert.

2014 hatte das Schloss den Preis FIABCI World Prix d`Excellence World Gold Winner, Heritage (Restoration/Conservation) Category erhalten.

 

Die hufeisenförmige Architektur diente vielen anderen Schlossbauten der Zeit als Vorbild, unter anderem Schloss Nagycenk der Grafen Széchenyi und Schloss Festetics in Keszthely. Höchste Vollendung fand der barocke Schlossbau in Ungarn im Stammschloss der Fürsten Esterházy, dem Prunkschloss Fertőd, das hauptsächlich wegen des prachtvollen Parks auch als "ungarisches Versailles" bekannt wurde.
 

Von 1840 an machte sich der Einfluss der Romantik und Neogotik bemerkbar. Verschnörkelungen, überladene Einrichtungen und Fassaden wie die "Zuckerbäckerarchitektur" des Schlosses Martonvásár der Familie Brunswick waren typisch für diese Zeit, ebenso das Sammeln exotischer Pflanzen und die Anlage von Arboreten mit Bäumen und Pflanzen aus aller Welt. Einer der bekanntesten Schlossarchitekten der Neogotik war der ungarische Architekt Miklós Ybl, der auch die Ungarische Staatsoper in Budapest baute.

 

Das bedeutendste Königliche Schloss Ungarns ist die mächtige Burg von Buda, die zusammen mit dem angrenzenden Burgviertel Teil des Weltkulturerbes der UNESCO ist. König Béla IV. ließ im 13. Jahrhundert die erste befestigte Burganlage an der Stelle der heutigen Burg errichten. Die ursprüngliche mittelalterliche Burg wurde in den Türkenkriegen vernichtet. 1790 wurde nach Plänen Maria Theresias ein neuer Palast erbaut, immer wieder erweitert, umgebaut, von Bränden zerstört und wieder aufgebaut. Das heutige neobarocke Aussehen erhielt die Burg von Buda im ausgehenden 19. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg brannte der Palast völlig aus, wurde jedoch originalgetreu rekonstruiert. Die Prunkräume der Burg werden heute für Repräsentationen und Empfänge genutzt, in den historischen Mauern sind unter anderem das Historische Museum Budapest, die Ungarische Nationalgalerie und die Széchényi-Nationalbibliothek untergebracht.

Links:

kiralyikastely.hu
FIABCI Auszeichnung für das Gödöllöer Schloss

 

 

Interessantes