Stadtbummel in Pécs

Stadtbummel in Pécs

Das annähernd 2000-jährige Stadt mit der mediterranen Atmosphäre liegt an den südlichen Ausläufern des Mecsek-Gebirges und ist seit 1009 Bischofssitz. 2010 wurde Pécs mit Essen und Istanbul zur Kulturhaupstadt Europas gewählt.

Der Weg zum Panorama Gipfel des 525 Meter hohen Berges Misina führt an den wunderschönen Häusern der steilen Altstadtgasse (Tettye) vorbei. Nach einer Wanderung auf den markierten Routen des Mecsek-Parkwaldes kann man in den Weinbergen die berühmten Weine der Region verkosten, während auf dem Marktplatz häufig reges Treiben herrscht. Jeden ersten Samstag im Monat werden dort Antiquitäten feilgeboten und an den Wochenenden sind hier Folklore- und Gebrauchtwagenmärkte angesagt. Sonntags kommen Tierhändler hinzu.

Zu römischen Zeiten war Pécs alias Sopiane ein wichtiges Zentrum des frühen Christentums. Das bedeutende Baudenkmal-Ensemble aus dem 4. Jahrhundert besteht aus einer Begräbnisstätte mit 16 Bauwerken, deren einmaliger Wert von der UNESCO gewürdigt wurde, indem 2000 in der Liste des kulturellen Erbes der Menschheit Aufnahme fand. Bei sieben der Bauwerke sind die Ausgrabungen bereits im Gange, zwei davon wurden schon freigelegt und sind für Besucher zugänglich. Das beutendste Das beutendste Denkmal hiervon sind die altchristlichen Grabkammern (Szent István tér), wo man in der bemalten Grabkammer ein Christusmonogramm und die Überreste von drei Sarkophagen freigelegt hat.

Auf dem Domplatz befindet sich die Basilika mit ihren vier Ecktürmen - seit 1993 im Range einer "Basilica Minor". In Ungarn gilt sie als Zeugnis hochwertiger mittelalterlichen Kunst. Ihre Nebenkirche mit fünf Schiffen aus dem 11. Jahrhundert ist eine der ersten christlichen Kirchen Ungarns. In den Seitenkapellen und in der Sakristei werden kostbare Kunstschätze und die Fresken von den großen ungarischen Malern Bertalan Székely und Károly Lotz aufbewahrt. Die Kirche wude im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Die Überreste der mittelalterlichen Skulpturen und Steinmetzarbeiten kann man im Lapidarium der Basilika besichtigen (Dóm tér). Vom Renaissanceerker des Bischofspalais "blickt" die Statue von Franz Liszt direkt auf den Domplatz. In der Nähe steht die Barbakane (Esze Tamás u. 2.), eine runde Bastion, die dem Schutze der Bischofsburg diente.

Selbst die Türken haben hier Relikte aus ihrer 150-jährigen Besatzungszeit hinterlassen und zwar die "Djami" (Moschee) des Paschas Ghasi Kasim (Széchenyi tér), welche mit ihrer auffällig grünen Kuppel das Stadtbild prägt, mit "Mhirab" (Gebetsraum in Richtung Mekka stehend) und Bogenfenstern. Sie dient heute als katholische Kirche. Die Moschee des Paschas Jakowali Hassan (Rákóczi u. 2.) ist das am besten erhaltene mohammedanische Bauwerk in Ungarn. Der Gebetsraum dient als Museum und zeigt türkische Geschichts- und Kunstgegenstände. Daneben steht ein 23 Meter hohes Minarett. Das Grabmal (Türbe) des Idris Baba (Nyár u. 8.) auf dem Rókus-Hügel gilt als türkischer Wallfahrtsort. Die Überreste des Bades von Pascha Memi (Ferencesek u. 35.) wurden zu einem Bädermuseum umfunktioniert.

Auch aus der Barockzeit blieb Bedeutendes erhalten. So die Einrichtung der Kirche und des Klosters des Franziskanerordens (Ferencesek utcája 35.), welche als Meisterwerk der Mönche einzustufen sind. Die Lyzeumskirche und das ehemalige Ordenshaus der Pauliner (Király u. 44.) sind wohl die schönste Bauwerke. Ebenso die Allerheiligenkirche (Mindenszentek-templom, Tettye utca) und das benachbarte Karmeliterkloster. Die 1691 von Überlebenden der Pest errichtete Liebfrauenkapelle von Havihegy ist ebenfalls beachtenswert. An der Kirche Sankt Augustin (Ágoston tér) sind noch die Bogenfenster der ehemaligen Moschee erkennbar. Die Kirche der barmherzigen Brüder (Széchenyi tér 5) hat eine eklektische Fassade und besitzt mit Intarsien verzierte Altäre. Ein Touristenmagnet der Stadt ist das Zsolnay am Hauptplatz (Széchenyi tér), ein Prachtstück des Jugendstils mit der typischen Eosin-Glasur lokaler Majoliken.

In der Straße Káptalan utca reihen sich die Museen aneinander. Haus Nr. 2 präsentiert ein Zsolnay-Ausstellung mit den typischen Epochen des weltbekannten Zsolnay-Porzellans. Darunter befinden sich sich die anlässlich der Pariser Weltausstellung im Jahre 1878 mit der Goldmedaille ausgezeichneten Exponate sowie das Zsolnay-Gedenkzimmer. Im unteren Geschoss ist das Lebenswerk des bekannten ungarischen Bildhauers Amerigo Tot ausgestellt, während man im anderen Teil des Hauses die Steinmetzarbeiten der Renaissance aus Pécs und Umgebung im Renaissance-Lapidarium bewundern kann.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Im Haus Nr. 3 wurde Victor Vasarely, der Bahnbrecher der Op-Art und der abstrakten Geometrie geboren. Neben seinen Werken sind hier auch Ausstellungen anderer renommierter, zeitgenössischer Künstler zu besichtigen. In den Kellern des Hauses wurde eine interessante Ausstellung über die Bergwerksgeschichte im Mecsek-Gebirge eröffnet.

Das Haus Nr. 4 beherbergt die moderne ungarische Galerie mit Arbeiten bildender Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts. Drei große ungarische Künstler des 20. Jahrhunderts erhielten je ein eigenes Museum: Haus Nr. 5 mit 250 abstrakten und surrealistischen Werken von Endre Nemes. Das Museum für die Künstlerin Erzsébet Schaár präsentiert ihre letzten Skulpturenkompositionen unter dem Titel "Straße". Haus Nr. 6: Hier werden Gemälde, Grafiken und Skulpturen des ersten ungarischen Vertreters der non-figurativen Kunst, Ferenc Martyn, gezeigt. Die einzigartige Kunst einer großen Persönlichkeit, die es geschafft hatte, Romantik, Symbolismus und Expressionismus in den grandiosen Werken zu vereinen, stammt von Tivadar Csontváry Kosztka, dessen Lebenswerk im Neorenaissancepalast des Csontváry-Museums (Janus Pannonius u. 11.) zu sehen ist.

Die Ausstellungen im Museum Janus Pannonius präsentieren Exponate der Volkskultur verschiedener Nationalitäten des Komitats Baranya. Die ethnographische Ausstellung (Rákóczi u. 15.) zeigt das bunte Gemisch der hiesigen Nationalitäten - Deutsche - und Südslawen - die archäologische Ausstellung (Széchenyi tér 12.) präsentiert die antiken Funde der Gegend bis zur Landnahme. Die naturwissenschaftliche Ausstellung (Szabadság u. 2.) stellt Flora und Fauna des Mecsek-Gebirges und der Umgebung vor.

Das Museum für Stadtgeschichte (Várostörténeti Múzeum, Felsőmalom u. 9.) bringt den Besuchern die letzten 200 Jahre der Stadtgeschichte von Pécs näher. In der Synagoge (Kossuth tér) haben 1000 Gläubige Platz, die Orgel ist ein Meisterwerk der Firma Angster aus Pécs.

UNESCO Weltkulturerbe Altchristliche Grabkammern in Pécs (Sopianae)

Eine Auswahl von 3- bis 5-Sterne-Hotels in der Stadt >>>