Nördliche Tiefebene

Die nördliche Tiefebene ist ein ebenes Gebiet, das drei Komitate umfasst. Hier befindet sich auch der Nationalpark Hortobágy. Reizvolle Landschaften, eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt und zahlreiche Baudenkmäler und Kunstschätze prägen die Region. Zahlreiche Thermalwasservorkommen ermöglichten den Bau von mehreren Heilbädern.

Debrecen

Debrecen, die zweitgrößte Stadt des Landes, ist auch als "kalvinistisches Rom" bekannt. Wahrzeichen der Stadt ist die klassizistische reformierte Großkirche. Der Sessel des großen Staatsmannes Lajos Kossuth (1802–1894), der am 14 April 1849 die Unabhängigkeit vom Hause Habsburg proklamierte, wird hier aufbewahrt. Das "Reformierte Kollegium" (Kálvin tér 16.) war "die Schule des Landes". Das 180 Jahre alte Gebäude beherbergt eine Ausstellung über die Schul- und Kirchengeschichte, etwa 500 000 kostbare Bücher besitzt die größte kirchliche Büchersammlung Ungarns. Das klassizistische Rathaus (Piac u. 20.), die reformierte Kleinkirche (Révész tér), die "Veres-Kirche" (Kossuth u.), die Synagoge (Pásti u.), die griechisch-katholische Kirche (Attila tér), die wissenschaftliche Kossuth-Lajos-Universität (Egyetem tér 1.), die Kathedrale St. Anna (Szent Anna u. 15.), die größte Windmühle Mitteleuropas gehören zu den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das berühmte Heilbad im Großwald (Nagyerdo, Nagyerdei park 1.) wird bei verschiedenen Beschwerden empfohlen.

Hajdúböszörmény

Die charakteristische kreisförmige Anlage der alten Siedlung ist originalgetreu erhalten: die Kirche im Zentrum wird von Wohnhäusern umsäumt, geschützt von einem Grabensystem. Berühmt sind die Lebkuchen aus Hajdúböszörmény.

Hajdúszoboszló

Bereits seit 75 Jahren ist der Ort das "Mekka der Rheumakranken" und einer der beliebtesten Erholungsorte der Tiefebene. Im Heilbad (Szent István park 1–3.) kann eine 2- bis 3-Wochen-Kur den Gesundheitszustand der Kurgäste wesentlich verbessern. Das Glockenhaus verfügt über eine Sammlung von Aluminiumglocken. Im Töpferhaus (Ady u. 2.) wird u. a. schwarze Nádudvarer Keramik gezeigt.

Hortobágy

Hortobágy ist eine der größten unter Naturschutz stehenden, grasbedeckten Ebenen (Puszta) Europas, wo ungarische Graurinder, Pferde, Zackelschafe und Büffelherden unter freiem Himmel leben. Das 70.000 Hektar große Gebiet des Nationalparks Hortobágy wurde 1999 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes.
Die so genannte "Brücke mit den neun Löchern" ist die längste Steinbrücke (167,3 m) Ungarns. Nur zwei Kilometer von der Gemeinde Hortobágy entfernt liegt Máta, Heimat des berühmten Hortobágyer Gestüts. Seit 300 Jahren werden hier Pferde der Rasse "Nonius" gezüchtet.

Jászberény

war jahrhundertelang Zentrum der im 13. Jahrhundert eingewanderten, aus dem Iran stammenden Volksgruppe der Jászok. Den Turm der "Kirche der Heiligen Jungfrau Maria" (Szentháromság tér) schmückt die ungarische Krone. Sorgsam wird der Schatz des Jász-Museums (Táncsics M. u. 5.), ein geschnitztes Elfenbein- Horn, gehütet. Thermal-, Heil- und Schwimmbad und eine Kunsteisbahn bieten genügend Bewegungsmöglichkeiten.

Kisvárda

Bekannt ist die im 15. Jahrhundert erbaute schlossähnliche Burg aus der Renaissance mit Arkaden und vier Ecktürmen.

Máriapócs

Máriapócs ist ein berühmter Marien-Wallfahrtsort. Die griechisch-katholische Basilika (Kossuth tér) wurde wegen ihres Gnadenbildes der tränenden Madonna weltberühmt. Obwohl das Originalbild in den Wiener Stephansdom gebracht wurde, geschah das Tränenwunder 1715 und 1905 auch auf der Kopie des Madonnen-Bildes. 1991 hat Papst Johannes Paul II die Basilika besucht. (Kossuth u. 17.).

Mezőtúr

Bereits im Mittelalter war die Stadt wegen ihrer berühmten Töpfermeister und der lebhaften Turer Märkte bekannt. Das Lebenswerk des bekanntesten Töpfermeisters, Balázs Badár, füllt das Gedenkzimmer und die Räume des Töpferhauses (Sugár út 28.). Das Turer Töpfermuseum (Túri Fazekas Múzeum, Damjanich út 2) zeigt die international bekannte, über 500-jährige Geschichte der Töpferei. Ein Baudenkmal ist die klassizistische reformierte Großkirche (Kossuth tér). Das Heilwasser versorgt Strand- und Heilbad der Stadt.

Nádudvar

In Nádudvar, in der Nähe der Hortobágy, wird das Töpferhandwerk seit mehr als 200 Jahren vererbt. Für die Pflanzenornamente und geometrischen Muster des unglasierten schwarzen Tongeschirrs wird eine spezielle Technik verwendet.

Nyírbátor

Die reformierte Kirche Sankt Georg (Báthory u. 24.) aus dem 15. Jahrhundert ist das gotische Meisterwerk von Pater Johannes aus dem Franziskanerorden. Das Erfolgsgeheimnis der berühmten Nyírbátorer Konzerte liegt im wunderschönen Klang der Orgel und in der ausgezeichneten Akustik der Kirche. Die römisch-katholische Minoritenkirche (Károlyi u. 19.) ist eine barock umgestaltete, ursprünglich gotisch erbaute Kirche. Ihre Kanzel und die Altäre sind Meisterwerke der ungarischen Barock-Schnitzerei.

Nyíregyháza

Nyíregyháza ist eine ruhige, hübsche Stadt. Im Stadtzentrum steht eine barocke evangelische Kirche (Luther tér). Die wichtigsten Gebäude - das Rathaus (Városháza, Kossuth tér), das Hotel- Kasino Krone (Dózsa György u.) und das Komitatshaus (Hosök tere) wurden von Ignác Alpár, dem Meister des ungarischen Jugendstils geplant. Der schönste Vertreter des Jugendstils ist der Nyírvíz- Palast. (Széchenyi u. 1.). Nyíregyháza-Sóstófürdo ist vier Kilometer von der Stadt entfernt. Der Kurort ist seit 300 Jahren wegen des natriumkarbonathaltigen Sees beliebt. Im zweitgrößten zoologischen Garten Ungarns leben mehr als 1000 Tiere und 150 verschiedene Tierarten aus fünf Kontinenten in einer naturbelassenen Umgebung.

Szatmárcseke

Der denkmalgeschützte Friedhof von Szatmárcseke ist wegen seiner Grabhölzer, die wie Boote aussehen, berühmt. Insgesamt ragen 600 "Boot-Grabmale" mit dem Bug in den Himmel. Hier wurde auch Ferenc Kölcsey (1790–1838), der Reformator der ungarischen Sprache und Verfasser der ungarischen Nationalhymne, beigesetzt.

Szolnok

Die am Zusammenfluss der Flüsse Theiß und Zagyva gelegene Stadt ist seit mehr als 900 Jahren ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Theiß. Der alte Bahnhof ist Ungarns "dienstälteste" Station, während der neue Bahnhof einer der modernsten in Mitteleuropa ist. Merkmale des Jugendstils tragen das Rathaus (Kossuth tér), die evangelische Kirche (Kellner Gyula u.) und das Szigligeter Theater (Tisza park 1.). Der neobarocke Bau des Hotels Theiß und die mit einer Kuppel geschmückten Gebäude des Heilbades zaubern eine unverwechselbare Silhouette. Sehenswert ist die 1902 gegründete Szolnoker Künstlersiedlung (Szolnoki Muvésztelep, Gutenberg tér 4.), die viele Größen der ungarischen zeitgenössischen Malkunst hervorgebracht hat. Ein bedeutendes Denkmal ist die barocke Franziskanerkirche aus dem 18. Jahrhundert mit dem ehemaligen Kloster (Templom u. 8.). Szolnok ist die Stadt des Wassersports. Am toten Arm der Theiß wurde eine Rodelbahn gebaut, an der Theiß selbst gibt es öffentliche Badestrände.

Tarpa

Einmalig ist die Trockenmühle mit hölzernen Dachschindeln (Árpád u.). Sie wurde einst von Pferden angetrieben und ist heute ein Industriedenkmal.

Tákos

Die "barfüßige Notre-Dame" – die reformierte Kirche (Bajcsy-Zsilinszky u.) (1760) gilt als Meisterwerk der volkstümlichen Architektur. Die bemalte Holzkassettendecke schmücken wunderschöne unterschiedliche Blumenbouquets. Separat neben der Kirche steht der Glockenturm.

Tiszadob

Diese Gemeinde ist regelmäßig von Hochwasser bedroht, daher wurde schon vor über 150 Jahren mit der Regulierung der Theiß begonnen. Initiator war Graf István Széchenyi. Das Schloss des Grafen Andrássy (1860) erinnert an romantische Märchenschlösser.

Túrkeve

Zu den berühmten Söhnen der Stadt zählen die Gebrüder Korda (Filmproduzenten), Sándor Finta, Schriftsteller und Bildhauer und Gergely Finta, der im Atelier von Rodin als Bildhauer gearbeitet hat. Das schwefel- und jodhaltige Heilwasser wird im Heil- und Thermalbad zur Heilung von gynäkologischen Beschwerden, Hautkrankheiten oder bei Krankheiten des Bewegungsapparates angewandt. (Gyomai út).