Musik

Béla Bartók
(25. März 1881 Nagyszentmiklós/Sânnicolau Mare/ Großsanktnikolaus Rumänien]- 26. September 1945 New York)
Kosmopolit der Musik
Der weltberühmte Erneuerer der klassischen Musik. Seine Oper "Herzog Blaubarts Burg", sowie die Bühnenstücke "Der holzgeschnitzte Prinz" und "Der wunderbare Mandarin" gehören zum Repertoire aller bedeutenden Opernhäuser der Welt. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts sammelte er zusammen mit Zoltán Kodály ungarische Volksmusik und die Volksweisen anderer Nationalitäten. Die Motive der Volksmusik verwertete er in seinen berühmten Orchester- und Chorwerken. Im Jahre 1940 emigrierte er nach Amerika, wo er sein bekanntestes Werk, das "Concerto", komponierte.

Ernő von Dohnányi
(27. Juli 1877 Pozsony/Pressburg
[heute Bratislava, Slowakei] - 9. Februar 1960 New York)
Komponist, Pianist, Dirigent, Klavierprofessor
zehn Jahre Klavierprofessor, zuerst an der Berliner Hochschule, dann in Budapest. Als Lehrer entwickelte er eine sehr persönliche Methode, deren größte Wirksamkeit in selbst erfundenen, besonders intensiven Etüden für konzentriertes Üben lag, wodurch den Schülern mehr Zeit für das Studium des Repertoires blieb.
1948 ließ er sich in Argentinien nieder.
Das Neue Gebäude der Franz-Liszt-Musikakademie, Budapest wurde mit einer Aufführung von Dohnányis 1. Klavierkonzert eröffnet (1907)

Antal Doráti
(9. April 1906 Budapest - 13. November 1988 Gerzensee/Schweiz)
Dirigent, Komponist

Opera Münster (1928-1933), Ballet Russe de Monte Carlo (1934-1941), Dallas Symphony (1945-1949), USA-Staatsbürger seit 1947, Minneapolis Symphony in (1949-1960), BBC Orchestra (1963-1967), Stockholm Philharmonic Orchestra (1965-1972), National Symphony Washington (1970-1977), 1977 Detroit, ab 1981 RPO London, Stockholm Philharmonic, Detroit Symphony. 32 "Grand Prix"

Ferenc Farkas
(15. Dezember 1905 Nagykanizsa - 11. Oktober 2000 Budapest)
Komponist, Dirigent, Professor

studierte bei Albert Siklós und Leó Weiner an der Budapester Musikakademie (1922-27), Korrepetitor und Dirigent im Stadttheater, Schüler von Respighi an der Accademia di Santa Cecilia in Rom (1929-31), schrieb Filmmusik für Filmstudios in Wien und Koppenhagen (1933-35), Professor und Direktor in Budapest (1935-45, ab 1948), in Klausenburg/Cluj (1941-43), in Székesfehérvár (1946-48), ausschlaggebende Anregungen durch die ungarische Volksmusik, die Musiktradition Italiens und die Dodekaphonie (Zwölf-Ton-Technik), mehr als 700 Werke in auf nahezu allen Genres und Stilrichtungen - Oper, Operette, Ballett, Film- und Bühnenmusik, Orchesterwerke, Konzerte, Kammermusik, Kantaten, Oratorien, Messen, Chorwerke, Lieder - und für nahezu alle Instrumente,
erhielt Preise wie: Liszt-Preis (1933), Franz-Josef-Preis (1934), Klebelsberg-Preis (1943), Kossuth-Preis (1950, 1991), Erkel-Preis (1960), Gottfried von Herder Preis (1979), Cavaliere dell'Ordine della Repubblica Italiana (1984)

Károly Goldmark (Karl Goldmark)
(18. Mai 1830 Keszthely - 2. Januar 1915 Wien)
Komponist

"Die Königin von Saba" (1875)

Imre Kálmán
(24./25. Oktober 1882 Siófok als Kálmán Koppstein - 30. Oktober 1953 Paris)
Operettenkomponist

"Csádásfürstin" (1915), "Gräfin Maritza" (1924)
Sein Geburtshaus ist heute Museum. Vor dem Bahnhof, im Milleniumspark steht ein Musikpavillon, wo die Imre-Kálmán-Statue von Imre Varga ausgestellt ist.

Zoltán Kocsis
(1952 in Budapest)
Der weltbekannte Klaviervirtuose
Mit achtzehn Jahren gewann er den Beethoven-Wettbewerb des ungarischen Radios. Mit diesem Durchbruch begann praktisch seine Karriere im internationalen Musikleben. Er wurde von den wichtigsten Musikzentren Europas, Amerikas und des fernen Ostens eingeladen. Er gab Konzerte unter Mitwirkung bekanntester Orchester, die größten und namhaftesten Musikverlage machten Aufnahmen mit ihm. Selbst Richter trat mit ihm auf und spielte mit ihm im Rahmen einer Konzertreihe vierhändig. Er ist derzeit exklusiver Künstler der Philips Classics. Er hatte zuerst in Ungarn das Festivalorchester gegründet und später den Nationalen Philharmonikern zu internationalem Ruhm verholfen. Er dirigiert auch selbst und zwar besonders gern die Werke moderner Komponisten, am liebsten jedoch Schönberg.

Zoltán Kodály
(16. Dezember 1882 Kecskemét – 6. März 1967 Budapest)
Komponist von Psalmus Hungaricus
Er lernte Musik zu komponieren, er studierte an der geisteswissenschaftlichen Fakultät und schon früh begann er, sich für das Sammeln von Volksliedern zu interessieren. Hauptsächlich hatte es ihm die ungarische Folklore angetan. Sein Leben lang sammelte und unterrichtete er. Die so genannte "Kodály-Methode" wurde weltweit bekannt. Durch ihn bekamen nicht nur auserwählte, sondern auch andere Menschen die Möglichkeit zu musizieren. Er galt auch als berühmter Komponist und Vortragskünstler in ganz Europa und in Amerika. Seine wichtigsten Werke sind die Streichquartette "Psalmus Hungaricus", "Tänze aus Galánta", "János Háry" und "Die Spinnstube".

Joseph Kosma
(22. Oktober 1905 Budapest - 7. August 1969 Paris)
französischer Komponist

Studium in Budapest und am Ungarischen Institut in Berlin, arbeitete in Berlin mit Brecht und Eisler zusammen, Emigration nach Paris (1933), wo er bis zu seinem Tode lebte, schrieb in erster Linie Chansons und Filmmusiken

György Kurtág
(19. Februar 1926 Lugos [heute Lugoj Rumänien])
Der weltbekannte "Papst" der modernen Musik
Überall im Ausland kennt man ihn besser als in Ungarn! Trotzdem ist es in Ungarn schier unmöglich, Karten für seine Konzerte zu ergattern, denn die Häuser sind stets ausverkauft. Er gilt als der größte Erneuerer auf dem Gebiet der Komposition des zwanzigsten Jahrhunderts. Nach dem zweiten Weltkrieg übersiedelte er nach Ungarn und unterrichtete an der Musikakademie Kammermusik. Er lebte in Paris und zuletzt in Berlin sowie in Holland. Seine Werke werden von den berühmtesten Dirigenten und Solisten der Welt dargeboten.

Franz Lehar (Lehár Ferenc)
(30. April 1870. Komárom - 24. Oktober 1948. Bad Ischl, Österreich)

Operettenkomponist und Dirigent
"Die lustige Witwe", "Ein Walzertraum", "Das Land des Lächelns"

György Ligeti
(28. Mai 1923 Dics
őszentmárton [heute Tîrnaveni, Siebenbürgen, Rumänien] - 12. Juni 2006 Wien)
Komponist

Studium bei Ferenc Farkas, Konservatorium in Klausenburg (1941 bis 1943), Studium an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest (1945-1949), Studio für elektronische Musik des WDR Köln (1957-1958), "Artikulation", "Atmosphères" (1961), lange Lehrtätigkeit im In- und Ausland, Professor an der Hamburger Musikhochschule (1973-1989), Bühnenwerk "Le Grand Macabre" (1974-1977) nach einer Fabel von Michel de Ghelderode, komplexe polyrhythmische Kompositionstechnik der achtziger und neunziger Jahre: "Etudes pour piano" (1985), "Konzert für Klavier und Orchester" (1985-1988), "Konzert für Violine und Orchester" (1990-1992), "Sonate für Viola solo" (1991-1994), Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München.

Franz Liszt (Liszt Ferenc)
(22. Oktober 1811 Doborján/Raiding, Österreich – 31. Juli 1886 Bayreuth)
Liebesträume des größten Romantikers aller Zeiten
Klaviervirtuose, bereits in jungen Jahren wird Beethoven auf ihn aufmerksam, später seine engsten Freunde Chopin und Berlioz. Er verhalf Wagner zu Ruhm (und gab ihm seine Tochter zur Ehefrau!). Viele Nationen, z. B. Deutschland und Österreich, betrachten ihn als "eigenen Sohn", doch Liszt war Ungar, auch dann noch, als er die meiste Zeit seines Lebens in Weimar verbrachte. Die bedeutendsten und herausragenden Musikstücke der Romantik wurden von ihm komponiert. Seine Werke sind fester Bestandteil des Repertoires der bekanntesten Orchester der Welt. Jeder ambitionierte Musiker betrachtet es als Herausforderung, Werke von Liszt zu spielen. "Les Preludes" und die "Ungarische Rhapsodie" gehören zu den besten Werken der Musikliteratur.

Erika Lux
(Budapest)
Pianistin

Abschluss des Studiums an der Franz-Liszt-Musikhochschule in Budapest ("summa cum laude" und "Grand Prix") mit 19 Jahren als Preisträgerin des Liszt-Bartók-Wettbewerbs, weitere Spitzenpreise beim ARD-Wettbewerb in München, beim Debussy-Wettbewerb und bei der Worldwide Piano Competition in Tokio, seit 1990 als ordentliche Professorin der Hochschule für Musik und Theater Hannover

Miklos Rozsa
(18. April 1907 Budapest - 18. April 1995 Los Angeles)
Filmmusik-Komponist

er war der erste, der die Musik dazu benutzte, um Filme mit "störenden" psychologischen Untertönen zu untermalen, seine Musik wurde insb. für zwei Genres verwendet - für den Thriller und den historischen Film
Konservatorium von Leipzig und Aufenthalt im künstlerischen Mekka von Paris, 1940 ging er nach Hollywood, "Quo Vadis?" (1951) "Ben Hur" (1959) "König der Könige" (1961)
13 mal für den Oscar nominiert und gewann diesen in den Jahren 1946, 1948 und 1960
Grabstätte in Forest Lawn, Hollywood Hills

Rezső Seress
Komponist, Pianist

1935 komponierte er in einem Budapester Restaurant die Melodie "Das Lied vom traurigen Sonntag", ein wunderbar melancholisches Stück, welches so schaurig-schön ist, dass es eine Zeit lang einigen Selbstmördern als letzter irdischer Genuss diente und deshalb den Beinamen "Hymne der Selbstmörder" erhielt
Musik von "Gloomy Sunday (Ein Lied von Liebe und Tod)" (2002)

Sir Georg Solti
(21. Oktober 1912 Budapest - 5. September 1997 Antibes)

Dirigent von Covent Garden in London, Chefdirigent der Chicago Symphoniker, gefeierter Star bei den Salzburger Festspielen

Mihály Székely
(8. Mai 1901 Jászberény als Mihály Spagatner - 22. März 1963 Budapest)
Opernsänger (Bass)
ständige Gastspiele in der New Yorker Metropolita und der Festspiele in Glyndebourne (1946-1950)