Literatur, Film, Theater und Fotografie

Adrian Brody
(14.04.1973 New York - )

Schauspieler
seine Mutter, Sylvia Plachy, Fotoreporter, ung. Herkunft
Oscar gekrönt (2003): bester Hauptdarsteller in der Rolle Wladyslaw Szpilman in dem Film "Der Pianist" ( 2002)
weitere Filme: King of the Hill (1993), Angels in the Outfield (1994) Solo (1996) Bullett (1996), The Undertaker's Wedding (1997) The Last Time I Committed Suicide (1997), Six Way to Sunday (1998), The Thin Red Line (1998), Sweet Jersey (1998), Restaurant (1998), New York Stories (1989), Summer of Sam (1999), Oxygen (1999), Liberty Heights (1999), Harrison's Flowers (2000), Bread and Roses (2000), The Affair of the Necklace (2001), Love the Hard Way (2001), Dummy (2002), The Singing Detective (2003)

Robert Capa
(22.10.1913 Budapest - 25.05.1954 Thai-Binh/ Indochina)

Fotograf, Kriegsberichterstatter

wir im damaligen Österreich-Ungarn als Endre/André Ernő Friedmann geboren.

Bei einer Demonstration gegen den Diktator Miklós Horthy wird er festgenommen und aus Ungarn ausgewiesen. Von 1931-33 studiert er in Berlin Politikwissenschaft. Bereits als Student beschäftigt er sich seit 1931 mit der Fotografie und arbeitet für Ullstein und den Deutschen Photodienst als Film- und Fotoassistent. Im selben Jahr noch wird in der Berliner Illustrierten Zeitung sein erstes Bild, ein Foto von Trotzki, veröffentlicht. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigriert er nach Paris, wo er als freiberuflich arbeitet. Hier nimmt er den Namen Robert Capa an, unter dem er immer berühmter wird. Gemeinsam mit der ebenfalls emigrierten, aus Stuttgart stammenden, Fotografin Gerta Taro geht Capa 1936 nach Spanien, um den Bürgerkrieg zu dokumentieren.

1939 übersiedelt er in die USA und lebt bis 1941 als freiberuflicher Fotograf in New York. Danach dokumentiert er als Kriegsberichterstatter im Auftrag der Magazine Life und Collier's die Feldzüge in Nordafrika und Italien und nimmt im Juni 1944 an der Invasion der Alliierten in der Normandie teil, wo er die Landung im Abschnitt Omaha Beach fotografiert. Am 24. April 1945 springt er mit amerikanischen Fallschirmtruppen ins Zentrum der deutschen Hauptverteidigungslinie in der Nähe von Wesel und fotografiert anschließend in Leipzig und Nürnberg. Im Juli/ August 1945 folgt eine Bildsequenz über das ehemalige Lebensborn-Kinderheim Hohenhorst, im Anschluss daran eine Reportage über Berlin. 1947 gründet Robert Capa, zusammen mit den Fotografen Henri Cartier-Bresson, David Seymor (Chim), George Rodger sowie Bill und Rita Vandivert, die Bildagentur MAGNUM, für die er in den Jahren 1948-1950 als Bildreporter in Israel, Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei unterwegs ist.

1954 wird er in Indochina durch eine Mine getötet.

Sein berühmtes Foto: "Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes".

Seine Bilder aus dem Spanischen Bürgerkrieg galten als verschollen. Die bislang unveröffentlichten Negative hatte Capa in einen Koffer gepackt und vor dem Einmarsch der Deutschen 1940 in Paris zurückgelassen. Selbst er glaubte bis zu seinem Tode in Vietnam, dass seine Negative zerstört seien worden. Januar 2008 sind Tausende dieser Negative in Mexiko aufgetaucht!

George Cukor (Cukor György)
(7. Juli 1899 New York – 23. Januar 1983 Los Angeles)
Der aus Ungarn stammende Regisseur der Filme Gaslicht und My Fair Lady
"Es reicht nicht, wenn Du nur Ungar bist – Du musst auch talentiert sein" und "Wenn Du Ungar bist, so bedeutet dies nicht automatisch, dass Du auch ein Genie bist!". Diese Sinnsprüche waren an der Wand eines Hollywoodstudios bzw. am Eingang von MGM zu lesen. George Cukor war eine bedeutende Persönlichkeit der großen Hollywood-Filmgeneration. Er bekam seinen ersten Oscar für den Film "Zauberhaftes Land" und den zweiten für "My Fair Lady". Zahlreichen Stars hatte er zu Ruhm verholfen. In seinen Filmen spielten immer die bekanntesten Hollywood-Stars.

Tony Curtis (Bernard Schwartz)
(3. Juni 1925 New York - 29. September 2010 Henderson bei Las Vegas)

Hollywood-Filmstar
Filmschauspieler, hat über 130 Filme gemacht, Gangsterfilm von Robert Siodmak "Gewagtes Alibi" an der Seite von Burt Lancaster (1948), rasch arbeitete sich in die vorderste Reihe der beliebtesten Hollywood-Darsteller vor, Abenteuerfilme, "Mister Cory" (1957), "Flucht in Ketten" (1958) Komödien, wie Billy Wilders "Manche mögen' s heiß" (1959), Stanley Kubricks "Spartacus" (1960), "Ein charmanter Hochstapler" (1960), "Der Außenseiter" (1961), "Das große Rennen rund um die Welt" (1964), "Der Frauenmörder von Boston" (1968), Krimi-Serie in Deutschland "Die Zwei", in der er zusammen mit Roger Moore spielte, TV-Version "Der Graf von Monte Christo" (1974), Elia Kazans "Der letzte Tycoon" (1975), Frauenliebling in "Casanova & Co." (1976), "Der Passagier - Welcome in Germany" (1988), Vater von Jamie Lee und Kelly Curtis, engagierte sich u. a. für die Restaurierung der Budapester Synagoge

György Dalos
(1943 in Ungarn)
Schriftsteller

studierte von 1962 bis 1967 in Moskau, Mitglied der Ungarischen KP bis 1968, erhielt wegen "staatsfeindlicher Aktivitäten" Berufs- und Publikationsverbot, 1984 Stipendium des Berliner DAAD und Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen. Von 1987 bis 1995 lebte er abwechselnd in Wien und Budapest und arbeitete u. a. für deutsche Rundfunkanstalten und Zeitungen. Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung in Köln (1992), Adalbert-von-Chamisso-Preis (1995). Erste Veröffentlichungen in deutscher Sprache: Lyrik, historische Berichte und Dokumontagen, lebt in Berlin

István Eörsi
(16. Juni 1931 Budapest - 13. Oktober 2005)
Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Theaterregisseur, Essyist, Übersetzer

Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts, Studium Philosophie und Literatur, Schüler von György Lukács, wegen Teilnahme am Aufstand 1956 verhaftet und zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. 1960, nach vierjähriger Haft, amnestiert, Stipendium des DAAD in West-Berlin (1983-84), 1986 Rückkehr nach Ungarn, Dramaturg am Theater in Kaposvár (1978-82), lebte und arbeitete in Budapest und in Berlin, übersetzte Goethe, Heine, Brecht, Shakespeare, Shelley, Keats, Puschkin, Majakowski, Apollinaire, Lorca, Ernst Jandl und Allen Ginsberg, schrieb u. a. in der FAZ, taz, Lettre International, Sinn und Form, KAFKA, seine Stücke wurden auch auf deutschen und jugoslawischen Bühnen gespielt, "Ich fing eine Fliege beim Minister" (1991), "Erinnerungen an die schönen alten Zeiten" (1991), "Das Opfer. Der Staatsmann und seine Schatten" (1993), "Meine Tage mit Gombrowicz" (1997), "Hiob und Heine" (1999), "Der rätselhafte Charme der Freiheit" (2003)
Preise: Attila József (1952), Frankfurter Autorenstiftung (1983), Übersetzerpreis der Republik Österreich (1988), IBBY-Sonderpreis (1993), Preis der Soros-Foundation für sein Lebenswerk

Péter Esterházy
(4. April 1950 Budapest)
Wichtigster Autor der postmodernen Literatur
Er stammt aus der berühmten Familie der Grafen Esterházy, die 1948 nach der Machtergreifung der Kommunisten enteignet und deportiert wurde. Er ist studierter Mathematiker und gilt als bekannter liberaler Denker. Zum ersten Weltruhm gelangte er durch seinen "Produktionsroman" (1979), der als bestes Werk der europäischen postmodernen Literatur geschätzt wird. Als s. g. "Vater-Roman" erschien "Harmonia Caelestis" (2000). Kurz darauf erfuhr er, dass sein Vater Agent des Kádár-Regimes war. Dies veranlasste ihn, die "Modifizierte Ausgabe" zu schreiben. Weitere Werke: "Kleine ungarische Pornographie" (1984), "Buch Hrabals" (1990), erhielt den Ungarischen Literaturpreis (2001), er ist der 55. Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (Verleihung am 10. Oktober 2004 während der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche): "Der 53-Jährige habe in seinen Werken die Zerstörung Europas sowie die "Wiederauferstehung" des alten Kontinents mit Trauer und Ironie beschrieben. Damit habe Esterházy sein Heimatland in die Mitte Europas geführt..." "Als Jüngster der Joycianer habe Esterházy die "prototypische Schuld" der Menschen in Europa "in gedächtnisfähige Bilder und Gestalten verwandelt"..."

Zsazsa Gabor
(1917 - )
amerikanische Schauspielerin

nach Amerika ausgewandert (1930), 8 Ehemänner, darunter der Milliardär Conrad Hilton (Hotelkette), ihr jetziger Ehemann Prinz Frederick von Westfalen, Anhalt und Sachsen

Gyula Germanus
(6. November 1884 Budapest - 7. November 1979)
Orientalist, Sprachwissenschaftler, Historiker
weltberühmter Forscher und Kenner der moslemischen Kultur und arabischer Literatur. Der erste Ungar, der nach Mekka pilgern durfte. Professor und unterrichtete an Budapester und indischer Universitäten, ist unter dem Namen Abdul-Karim (Kerim) zum islamischen Glauben übertreteten, war Mitglied 10 arabischer Akademien. "Geschichte der osmanischen Dichtkunst" (1906 Wien), "Türkische Sprache" (1925), "La civilisation turque moderne" und "Pensées sur la révolution turque" (1928), "Have the munda languages any cognates in Europe" (1929, Calcutta), Indien heute" (1933), "Mahatma Gandhi" (1934), "Allah akbar" (1936), "Sulle orme di Maometto" (Mailand, 1938)

Hans Habe (János Békessy)
(12. Februar 1911 Budapest - 30. September 1977 Locarno)
Schriftsteller, Essayist, Publizist

"Drei über die Grenze" (1937), "Tod in Texas" (1963), "Ich stelle mich" (1954), "Weg ins Dunkel", "Im Namen des Teufels" (1956), "Gräfin Tarnovska" (1962) verfilmt Luchino Visconti mit Romy Schneider. Schon als amerikanischer Staatsbürger, nimmt am Zweiten Weltkrieg teil, er führt die Einheit für psychologische Kriegsführung (unter seinem Kommando ist auch Stefan Heym, der in Chemnitz geborene deutsche Schriftsteller, geb. Hellmuth Flieg) und 1944 erlebte die alliierte Invasion in der Normandie. Als Pressekommissar in München hilft er bei der Gründung deutscher Zeitungen. Zusammen mit Stefan Heym und Erich Kästner gründet er 18 Tageszeitungen. 1953 kehrt er endgültig nach Europa zurück.

John Halas
Trickfilmzeichner

John Halas und Joy Batchelor: "Aufstand der Tiere" nach der Satire "Animal Farm" (1945) von George Orwell

Ludwig (Lajos) Hevesi
(20. Dezember 1843 Heves als Lajos Löwy - 1910)

Wiener Kunstkritiker "Acht Jahre Secession" (1906), "Altkunst - Neukunst" (1909), "Österreichische Kunst im 19. Jahrhundert"
Mitbegründer des populären politischen Witzblattes "Borsszem Jankó" (Hans Pfefferkorn), Jugendroman "Die Abenteuer des Andreas Jelky" (1871)

Leslie Howard (László Stainer)
(3. April 1893 Budapest - 1. Juni 1943)
Schauspieler, Regisseur und Produzent, englischer Filmstar

Londoner Dulwich College, Auftritt in Kurzfilmen (1914), arbeitet zu gleichen Teilen an Bühnen in London und New York (1920), am Broadway, "Pygmalion", "Scarlet Pimpernel" (1934), "Der versteinerte Wald" (1935), "Vom Winde verweht", "Intermezzo" (1939), "49th Parallel", "Pimpernel Smith" (1941)

Ephraim Kishon (Ferenc Hoffmann)
einer der bedeutendsten Satiriker des 20. Jahrhunderts
(23. August 1924 Budapest - 29. Januar 2005 in Meistersrüte (Appenzell Innerrhoden, Schweiz)

Er lebte und arbeitete als Journalist, Schriftsteller und Regisseur (Theater, Film) in Israel und Appenzell (Schweiz). Sein Schwerpunkt lag in der humoristischen Darstellung der israelischen Alltagsrealität und seines Familienlebens. Er schrieb zumeist Kurzgeschichten, aber auch Theaterstücke und Drehbücher.
Er wurde 1924 als Ferenc (dt. Franz) Hoffmann in einer ungarisch-jüdischen Familie geboren. 1948 Diplom als Metallbildhauer und Kunsthistoriker. 1944 wurde er in ein Konzentrationslager nach Polen deportiert. 1945, auf dem Weg ins Vernichtungslager Sobibor geling ihm die Flucht. Mai 1949 Auswanderung mit einem Flüchtlingsschiff nach Israel. Dreißig Jahre lang, ab 1952 Kolumnist in hebräischer Sprache in der größten Tageszeitung Ma'ariv in Israel, unter dem Namen Chad Gadja (Lämmchen). Aufführung Der Schützling (1953) im Nationaltheater Habimah. Look Back Mrs. Lot - bestes Buch des Monats der New York Times (1959) - Beginn seiner internationalen Karriere.

André Kertész
(1894 Budapest - 1985 New York)
Fotograf

emigrierte nach Paris (1925 - 1936), Architekturen und Stadtlandschaften, Interieurs, Wechselwirkungen von Licht und Schatten, technische Details, Maschinen, Genre-Szenen, Akte und Porträts: Atelier von Mondrian (1926), Satirische Tänzerin (1926), auf dem Boden sitzender Regisseur Sergej M. Eisenstein (Panzerkreuzer Potemkin) (1928), Colette mit Blumenvase (1930), leichter Draufsicht von Marc Chagall mit seiner Familie (1933), 1936 ging er nach New York

Imre Kertész
(9. November 1929 Budapest)
Nobelpreisträger für Literatur (2002)
Der in Budapest lebende Schriftsteller erhielt im Jahre 2002 für das Buch mit dem Titel "Roman eines Schicksallosen" den Nobelpreis für Literatur. Nach einer Schreibdauer von über zehn Jahren erschien der Roman erstmalig 1975, die richtige Anerkennung bekam der Autor jedoch erst ab 1983. Der Roman erzählt die Geschichte eines fünfzehnjährigen Jungen, der nach Auschwitz und Buchenwald deportiert wurde, den Holocaust überlebte und heimkehrte. Wichtiger als der autobiographische Bezug ist vielmehr der Stil, wie es geschrieben wurde, nämlich trocken, leidenschaftslos und neutral. Gefühl und Urteil werden dem Leser überlassen. Das Werk von Kertész hebt sich von anderen eindrucksvollen Holocaustromanen ab, denn der Schriftsteller berichtet mit viel Empathie, kühl und trocken über die grauenvollste Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts.
Imre Kertész erhält 2009 den Jean-Améry-Preis für Essyistik. Kertész' Essayistik arbeitet an einem aufgeklärten Denken, das seine Lehren aus der Barbarie des Faschsimus und des Kommunismus gezogen hat - so erklärte die Jury.
Der Preis wird alle zwei Jahre auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Arthur Koestler
(5. September 1905 Budapest - Freitod 3. März 1983 London)

Schriftsteller, Journalist, Essayist
Studium der Elektrotechnik und Psychologie in Wien, ab 1926 Journalist (u. a. in Berlin, Paris und der UdSSR), ehemaliger Bewohner der Künstlerkolonie Berlin, ab 1940 in London, "Sonnenfinsternis" (1940), "Der dreizehnte Stamm", "Die Wurzeln des Zufalls"

György Konrad
(1933 Debrecen)
Schriftsteller

Romane und Essays, Verhaftung (1974) wegen eines gemeinsam mit Iván Szelényi verfassten Essays (in Deutschland: Die Intelligenz auf dem Weg zur Klassenmacht - Suhrkamp Verlag 1978), seither führende Position in der demokratischen Opposition Ungarns, Publikationsverbot in Ungarn (1978-1988), Herder-Preis in Wien (1983), Präsident des Internationalen P. E. N. - Clubs (1990-93), Mitbegründer der Bürgerrechtsbewegung "Demokratische Charta" in Budapest als Reaktion auf den zunehmenden Chauvinismus und Antisemitismus (1991), Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1991), Präsident der Akademie der Künste in Berlin (1997), Goethe-Medaille des Goethe-Institutes (2000), Karls-Preis der Stadt Aachen (2001)
"Der Besucher", "Der Nachlass", "Der dritte Blick", "Glück" "Die unsichtbare Stimme"

Bela Lugosi (Béla Ferenc Dezsö Blaskó)
(20. Oktober 1882 Lugos - 16. August 1956)

der erste Graf Dracula (1927)
spielte an ungarischen Theatern die Rolle des sinnlich-romantischen Liebhabers, war führender Schauspieler Budapests, hatte bei der Gründung einer Schauspielergewerkschaft mitgewirkt und führte ihre Protestmärsche bis 1919 an, er war gezwungen, nach Deutschland zu flüchten, "Januskopf" (1920), sein amerikanisches Bühnendebüt in "The Red Poppy" (1923), Stummfilme "Silent Commant" , "Daughters Who Pay", "Der Tod ist ein schwarzes Kamel" (1931), "Morde in der Rue Morgue", "White Zombie", "Chandu the Magician" (1932).

Erika Marozsán
(3. August 1972 Újfehértó - )
Schauspielerin

"Gloomy Sunday" auf Deutsch "Lied über Liebe und Tod" mit Joachim Król und Ben Becker (2002), weitere Filme: mit 17 Jahren Debut in "Friedensverhandlung, oder das Jahrhundert dauert bis Donnerstag", "Die wunderbare Reise des Kornél Esti" (1994), "Flucht" (1996), "Reichsapfel", "Zuckerblau", "One-Day Crossing" (2000), "Vorwärts!" (2001), "Sniper" mit Tom Berenger (2002)

Sándor Márai
(11. April 1900 Kaschau [heute Kosice/Slowakei] – Freitod 21. Februar 1985 San Diego)
Der Berufs-Tagebuchschreiber
Er hat als Journalist begonnen und in sehr jungen Jahren in Wien und Frankfurt gelebt, gelernt und geschrieben. Seine berühmtesten Romane – "Gastspiel in Bolzano", "Die Glut" und "Sindbad geht heim" wurden in alle bedeutenden Sprachen der Welt übersetzt. Gerade in unseren Tagen erlebt der Márai-Kult weltweit eine Renaissance und dies vor allem durch seine Bücher "Bekenntnisse eines Bürgers" und "Tagebücher". In beiden Werken beschrieb er ziemlich markant die überall gültigen Merkmale der Weltbürger des zwanzigsten Jahrhunderts. Márai lebte in Amerika in sehr armen Verhältnissen und starb vereinsamt; er wählte den Freitod.

Georg Mikes (Mikes György)
(1912 - 1987)
Schriftsteller, Satyriker

Lebte 1938-1982 in England "How to be British?", "Everybody is Hungarian"

Kelemen Mikes
(1690 Zágon Siebenbürgen/Rumänien - ? Rodosto Türkei)
Schriftsteller, Übersetzer

Freiheitskämpfer unter Fürst Ferenc Rákóczi II. Anfang des 18. Jahrhunderts, floh nach Polen, Frankreich und schließlich in die Türkei, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Von dort schrieb er fiktive Briefe an eine fiktive Cousine, in denen er über "Kriege, Hochzeiten, Beschneidungen" erzählt, über "Eunuchen, Treue und Untreue nach türkischer Art, über Juden, Griechen und Armenier". Klassiker der ungarischen Literatur "Briefe aus der Türkei" (1717-1758)

Franz Molnár
(12. Januar 1878 Budapest als Ferenc Neumann - 1. April 1952 New York) österreichischer Dramatiker, Feuilletonist, Romancier und Journalist

lange Jahre in Wien gelebt, 41 Theaterstücke, 11 Romane, 8 Erzählungs- und Reportagebände
Sein Theaterstück "Liliom" wurde verfilmt und als Musical mit dem Titel Carousel nach 1945 insg. 890mal am Broadway aufgeführt.

Mihály Munkácsy
(20.02.1844 Munkács/Munkatschewo, Ukraine als Michael Lieb - 01.05.1900 Bonn-Endenich)
Maler

Tischlerlehrling in Békéscsaba, lebte seit 1872 meist in Paris, dort von Gustave Courbet beeinflusst, malte Portraits: Milton (1877-78), László Paál (1876-77), Ferenc Liszt (1886), Stillleben, Interieurs, Landschaften, Salons, historische und biblische Kolossalgemälde, vor allem Ölskizzen mit kraftvollem Realismus, Werke: Im Palmenhaus (1881), Die Landnahme der Ungarn ( 1893), Streik (1895), Trilogie: Christ vor Pilat (1881), Golgota (1884), Ecce homo (1896)

Péter Nádas
(1942 Budapest)
Fotograf, Schriftsteller, Romane, Essays, Theaterstücke

arbeitete von 1961-1963 als Zeitschriftenfotograf. 1965 erste Erzählung, die Veröffentlichung seines ersten Romans verhinderte jahrelang die Zensur.
"Etwas Licht" (Fotoband), "Schöne Geschichte der Fotografie" (Filmnovelle), "Der eigene Tod"

Max Reinhardt (Miksa Goldmann)
(9. September 1873 Bazin/Pezinok Slowakei - 31. Oktober 1943 New York)
Schauspieler, Mitbegründer der Salzburger Festspiele

Ensemblemitglied am Deutschen Theater, Berlin (1894-1902), Leiter des "Kleinen Theaters" und des "Neuen Theaters", heute: Berliner Ensemble, Theater am Schiffbauerdamm (1903), Leitung der Berliner Volksbühne (1915-1918), Eröffnung des Großen Schauspielhauses im umgebauten Zirkus Schumann in Berlin, später Friedrichstadtpalast (1919), Mitbegründer der Salzburger Festspiele (1920), Eröffnung der Komödie am Kurfürstendamm(1924), Eröffnung des Berliner Theaters und der Schauspiel- und Regieschule in Wien (Max-Reinhardt-Seminar 1928), die Nationalsozialisten bieten ihm eine "Ehren-Arierschaft" an, die er empört ablehnt (1933), Emigration in die USA (1937)

Marika Rökk
(3. November 1913 Kairo/Ägypten - 16. Mai 2004 Baden bei Wien)

Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin
wächst in Budapest auf und erhält mit acht Jahren eine Tanzausbildung, Revue-Truppe "Hoffmann-Girls" im Moulin Rouge/Paris (1924), Auftritte am Broadway/New York und in Monte Carlo (1925-1929), Revuestar in Berlin, London, Paris, Cannes, Budapest und Wien (1929), "Kiss me Sergeant" (1930), "Stern der Manege" UFA (1934), "Leichte Kavallerie" Auftakt einer steilen Karriere im NS-Regime (1935), temperamentvolle Diva in Deutschland und ihre in den Filmen gesungenen Lieder werden zu bekannten Schlagern, mit Willy Fritsch spielt sie die Hauptrolle im ersten deutschen Farbfilm "Frauen sind doch bessere Diplomaten" (1941), wegen Spionageverdacht Auftritte nur in Shows der amerikanischen Besatzungstruppen (1945-1948), Rehabilitierung vor dem Ehrengericht der Österreichischen Schauspielervereinigung (1947), Comeback mit den österreichischen Revuefilmen "Fregola" (1948) und "Kind der Donau" (1950), Publikumserfolge in Deutschland "Die Csárdásfürstin" (1950), "Die geschiedene Frau" (1953), "Maske in Blau" (1953), "Nachts im grünen Kakadu" (1957), "Bühne frei für Marika" (1958) und "Die Nacht vor der Premiere" (1959), Operetten in Wien, Hamburg, München und Berlin "Maske in Blau" (1966/67), "Gräfin Mariza", "Die Csárdásfürstin", Titelrolle des Musicals "Hello Dolly" (1968/69), "Filmband in Gold" des Deutschen Filmpreises für langjähriges und hervorragendes Wirken um den deutschen Film (1981), Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold (1983), an ihrem 70. Geburtstag tritt sie in der Titelrolle der Operette "Ball im Savoy" in Wien auf, Bayerischer Filmpreis (1987), sie lebt in Baden bei Wien

Felix Salten (Siegmund Salzmann)
(6. September 1869 Budapest - 8. Oktober 1945 Zürich)
Schriftsteller, Feuilletonist und Burgtheater-Kritiker
gehörte zum Kreis des "Jung-Wien", dessen Mitglieder waren auch z. B. Ferenc Lehár und Theodor Herzl, 1927-33 Präsident des Österreichischen P. E. N. - Clubs; emigrierte 1939 in die Schweiz. "Bambi" (1923, auf Thomas Manns Empfehlung von W. Disney 1942 verfilmt) und weitere Tierromane "15 Hasen" 1929, "Florian. Das Pferd des Kaisers" 1933, "Bambis Kinder" 1940, "Djibi, das Kätzchen" 1945

István Szabó
(12. Februar 1938)

Filmregisseur
Filme mit Klaus Maria Brandauer:
"Hanussen", Klaus Schneider/Eric Jan Hanussen 1988
"Oberst Redl", Oberst Alfred Redl, 1985, auch mit Armin Müller-Stahl, Gudrun Landgrebe
"Mephisto", Hendrik Höfgen, 1981, Oscar

George Tabori (György Tábori)
(24. Mai 1914 Budapest - 23. Juli 2007 Berlin)

Journalist, Dramaturg, Schauspieler, Regisseur, Theater- und Drehbuchautor
Übersetzer von Werken Bertolt Brechts und Max Frischs in den USA, schrieb und inszenierte für Theater in Berlin, Bremen, München, Bochum und am Wiener Burgtheater. 1975 bis 1979 leitete er das Theaterlabor in Bremen und seit 1999 arbeitete er für das Berliner Ensemble. Inszenierung "Mutter Courage" (1979). Seit 1999 am Berliner Ensemble, für seine Theaterarbeit erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Georg-Büchner-Preis (1992). Zentrales Thema von Taboris Dramen, die er meist selbst inszenierte, ist die Auseinandersetzung mit dem Faschismus. Schwarzer Humor und bittere Einsicht kennzeichnen seine Figuren. Werke: "Meine Kämpfe", "Gefährten zur linken Hand", "Tod in Port Aarif", "Ein guter Mord", "Das Opfer", "Weismann und Rotgesicht - ein jüdischer Western", "Insomnia", "Ich versteh' nix Deutsch", "Son of a Bitch", "Mutters Courage".

Elie Wiesel
(30. September.1928 Máramarossziget
[heute Sighet/Rumänien])
US-amerikanischer Schriftsteller und Überlebender des Nazi-Holocausts, Friedensnobelpreisträger seit 1986 für seinen Kampf gegen Unterdrückung, Gewalt und Rassismus