Hajdúszoboszló

Die Auswirkung der Balneotherapie auf die die Arterienverkalkung beeinflussenden Parameter. Doppelte, blinde, kontrollierte Verfolgung, Pilot-Studie im Heilbad Hajdúszoboszló

Zu unserer Zeit stehen weltweit in den entwickelten Ländern die Erkrankungen und Mortalitätsgründe des Herzens und Gefäßsystems in erster Stelle. Das kontinuierliche Vorhandensein der Risikofaktoren (Rauchen, Fettsucht, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit, u. s. w.) beeinflussen stark die Entwicklung der Erkrankungen, und deshalb erscheinen sie im immer mehr früheren Zeitalter. Es gibt zahlreiche Theorien zur Entwicklung der Arterienverkalkung, zur Zeit hält man neben den zahlreichen örtlichen und immunologischen Vorgängen vor allem die Verletzung der Gefäßwand und die erhöhten Werte des Blutfettes für die bestimmenden Gründe.

Die Balneologie ist der mit Auswirkungen des Heilwassers beschäftigende Wissenschaftszweig, der die physikalischen und chemischen Einflüsse des Wassers anwendet. In den zahlreichen Ländern ist sie ein Bestandteil und ein wichtiger ergänzender Teil der traditionellen Medizin, ihre genaue Wirkung wurde aber nur selten untersucht. Die bis heute veröffentlichten Studien beschäftigten sich vor allem mit der Untersuchung der Beschwerden im Bereich der Bewegungsorgane, die Auswirkungen aufs Herzen und Gefäßsystem wurden aber nur von wenigen Forschern untersucht.

An unserer Forschungsarbeit nahmen 42 Patienten (23 Männer, 19 Frauen) teil, die die Badekur wegen ihrer Beschwerden im Bereich der Bewegungsorgane in Anspruch nahmen, sie gehörten aber wegen ihres Lebensalters und der vorliegenden Risikofaktoren zur gefährdeten Gruppe. Die Patienten wurden von uns in 2 Gruppen geteilt, 21 Patienten badeten 15 mal (3 Wochen lang, wöchentlich 3x) je 30 Minuten im Heilwasser mit 38 Grad Celsius, die anderen 21 Patienten badeten aber im aufgewärmten, gefärbten Leitungswasser. Während der Untersuchung wurden die Patienten zu keiner anderen Behandlung ausgesetzt, ihre vorherigen Medikamente wurden nicht verändert, sie bekamen keine neuen Medikamente. Sie alle vertrugen die Bäderbehandlung gut, in keinem Fall musste die Kur unterbrochen werden.

Von jedem Patienten wurde 3 Mal Blut genommen: vor Beginn der Kur, direkt beim Ende der Kur und nach 3 Monaten. Augrund der Blutmuster wurden zahlreiche Laborwerte untersucht, die mit Entwicklung der Aderverkalkung im Zusammenhang sind, z.B. Werte des Blutfettes (LDL, HDL, Cholesterin), Entzündungseiweiße (CRP), Hitze-Stress-Eiweisse(HSP-60). Wir untersuchten mit Hilfe eines Fragebogens die Risikofaktoren der Patienten, von denen der hohe Blutdruck und der hohe Cholesterinspiegel am allermeisten vorkamen. Mehr als die Hälfte der Patienten litt an Mehrgewicht, der Drittel war aber fett, was die falschen Ernährungsgewohnheiten und die bewegungsarme Lebensweise der ungarischen Bevölkerung genau spiegelt.

Die Ergebnisse der Untersuchung und die statistische Analyse bewiesen, dass die Laborwerte der im Heilwasser badenden Patienten, besonders die Werte der Blutfettes und der Entzündungseiweiße in großem Maße und auf anhaltendere Weise (als auch bei der 3-Monate-Kontrolle) im Vergleich zur im Leitungswasser badenden Gruppe verbessert wurden.

Zum ersten Mal kamen wir zum Ergebnis, dass die Behandlung mit Heilwasser bedeutend und langanhaltend diese Laborwerte reduzierend beeinflusst, und dadurch kann die Balneotherapie zur einen vorbeugenden Rolle in der Entwicklung der Arterienverkalkung kommen.

In unserer folgenden Untersuchung wird die Auswirkung der Badekur in unserer Patientengruppe mit festgelegten Risikofaktoren untersucht.


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