Geschichte

1241/42 eroberten die Tataren das Land, zerstörten die Siedlungen und ermordeten die Bewohner. Nach dem Abzug der Tataren baute König Béla IV. Ungarn wieder auf. Er befestigte den Budaer Burgberg und den Königspalast gegen zukünftige Attacken. Das goldene Zeitalter brach im 15. Jh. an, als Ungarn ein bedeutendes europäisches Renaissance-Zentrum war. König Matthias galt als gerechter Herrscher. Zudem gründete er eine sagenumwobene Bibliothek und eine professionelle Armee. Leider waren die guten Zeiten mit der Eroberung durch die Türken im 16. Jh. abrupt vorbei. Aus der 150-jährigen Besatzungszeit sind vor allem die herrlichen türkischen Bäder in Budapest erhalten geblieben.

Nach der Vertreibung der Türken übernahmen die katholischen Habsburger die Herrschaft in Ungarn. Auf große Gegenliebe stießen sie nicht, was sich im 18. und 19. Jh. in diversen Aufständen entlud. Die Revolution 1848 wurde von den Werken des Dichters Sándor Petőfi inspiriert.

1867 akzeptierten die Habsburger schließlich die Einrichtung der Doppelmonarchie. Ungarn erhielt eine eigene Regierung mit weitgehenden innenpolitischen Befugnissen, während die Außenpolitik gemeinsam bestimmt wurde. Kein Wunder, dass das Millennium der magyarischen Landnahme landesweit enthusiastisch gefeiert wurde. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg führte zum Zerfall der österreichisch-ungarischen Donaumonarchie. Ungarn verlor einen Großteil seiner Landesfläche. Danach geriet das Land unter die rechtsgerichtete Diktatur des Admirals Miklós Horthy, der zu Beginn des Zweiten Weltkrieges an der Seite von Deutschland kämpfte. Als die ungarische Regierung versuchte, mit den Alliierten Verhandlungen aufzunehmen, besetzten die Deutschen 1944 das Land. Bis zum Kriegsende wurden die meisten Juden – rund 600 000 Menschen – in Konzentrationslager verschleppt. Dieses tragische und schreckliche Kapitel des Holocausts wird in Ungarn nicht vergessen und noch heute betrauert. 1945 vertrieben die Russen die deutsche Armee. Zwei Jahre später rissen die Kommunisten die Macht an sich und errichteten ein stalinistisches Terrorregime. 1956 kam es zur Revolution, aber der Aufstand wurde schließlich von sowjetischen Panzern niedergeschlagen. Hunderttausende Ungarn verließen daraufhin ihre Heimat. Doch der Aufstand hatte die sowjetische Macht erschüttert und bewirkte, dass sich das Regime später etwas liberaler gab. 1990 wurde das Land schließlich wieder zu einer Mehrparteien-Demokratie, als die sowjetische Armee abzog. Seither ist Ungarn sehr zukunftsorientiert und macht eine rasante Entwicklung durch. Ein Höhepunkt auf diesem Weg war 2004 der Beitritt zur Europäischen Union.