Erfinder, Forscher, Nobelpreisträger

Oszkár Asbóth
(31. März 1891 Pankota – 27. Februar 1960 Budapest)
Erfinder des Hubschraubers
Ihn hat immer nur eines interessiert und zwar alles, was fliegt! Bereits in jungen Jahren hat er Flugzeuge entworfen und gebaut. Schon während des ersten Weltkrieges beschäftigte er sich am Forschungsinstitut im österreichischen Fischamend mit Propellern. Er entwarf die Luftschraube. Somit war es erstmalig im Jahre 1928 möglich, einen funktionstüchtigen Hubschrauber zu starten, der senkrecht von der Erde nach oben in Richtung Himmel abhob. Noch zu seinen Lebzeiten feierte die internationale Welt der Wissenschaft die Genialität seiner Erfindung.

Donat Bánki
(6. Juni 1859 Bakonybánk - 1. August 1922 Budapest)
Ingenieur, Erfinder des Vergasers

zusammen mit János Csonka, arbeitete er in der Ganz Maschinenfabrik in Budapest, Lizenzen über Gas- und Brennmotoren, Professor an der Technischen Uni Budapest (1899), Vorderradantrieb (1902), hydraulischer Servomotor für Flugzeugsteuerung (1909), neue Wasserturbine (1917), in der Ingenieurausbildung hatte er das Laborunterricht eingeführt

Robert Bárány
(22. April 1876 Wien - 8. April 1936 Uppsala)
Physiologie und Pathologie des vestibularen Apparates (Gleichgewichtsorgan)

Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie1914
Mediziner, Chirurg der österreichischen Armee, Arzt, Lehrer, Forscher
die Entstehung des kalorischen Nystagmus (Augäpfelvibration)
Physiologie und Pathologie des Bogengangapparates
nach ihm benannten Krankheitsbilder: "Bárány Zeichen", "Bárány Drehstarkreizprüfung", "Bárány Lärmtrommeln", "Bárány Simulationsprüfung", "Bárány Zeigeversuch", "Bárány Syndrom"

Georg von Békésy (Békésy György)
(3. Juni 1899 Budapest- 13. Juni 1972 Honolulu)
Nobelpreis für Physiologie /Medizinwissenschaft (1961)
für die "Entdeckung des Mechanismus der in der Ohrschnecke auftretenden Reize". Lebte in den USA.

László József Bíró
(29. Sept. 1899 Budapest – 24. November 1985 Buenos Aires)
Der Kugelschreiber
Bíró war ursprünglich Journalist. Druckarbeiten verhalfen ihm damals zufällig zu seiner weltberühmten Erfindung. Er hatte entdeckt, dass man mit Hilfe eines Kugelrohrs flüssige Farbe auf das Papier bringen kann. Seine diesbezüglichen und in Ungarn begonnenen Experimente hatte er in Paris und danach in Argentinien fortgesetzt. Von da aus startete das auch heute noch täglich benutzte und total einfach zu handhabende Schreibutensil seinen erfolgreichen Feldzug um die Welt. Übrigens heißt der Kugelschreiber wegen L. J. Bíró auf Englisch "biro-pen".

Imre Brody
(23. Dezember 1891 Gyula - 20. Dezember 1944 Mühldorf)
Physiker, Erfinder der Kryptonlampe

Studium in Budapest, Doktorarbeit über einatomige Gase, Göttingen bei Max Born Theorie über die Dynamik der Kristalle (1920), er hat die Birnen statt Argon- mit Kryptongas gefüllt (1930), Kryptongasherstellung aus Luft, Gründung einer Kryptonbirnenfabrik in Ajka (1937), Deportierung (1944)

Dennis Gabor (Dénes Gábor)
(5. Juni 1900 Budapest - 9. Februar 1979 London)
Nobelpreis für Physik
für "seinen Beitrag zur Entdeckung und Entwicklung der holographischen Methode" (1971), Erfindung des fachen Buntbildrohrs, lebte in Großbritannien

John Harsanyi (Harsányi János)
(29. Mai 1920 Budapest - 9. August 2000 Berkeley)
Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften (1994)
Spieltheorie, er schuf die Grundlagen zur Forschung der "Wirtschaftswissenschaft der Information"

George de Hevesy (Hevesy György)
(1. August 1885 Budapest - 5. Juli 1966 Freiburg im Breisgau)
Nobelpreis für Chemie (1943)
für die "Verwendung von Isotopen als Indikator im Laufe der Erforschung von chemischen Prozessen", lebte in Deutschland, Dänemark und Schweden

János Irinyi
(17. Mai 1817 Nagyléta – 17. Dezember 1895 Vértes)
Das Streichholz
Nachdem er im berühmten Debreziner Kollegium Jura studiert hatte, entschied er sich später am Wiener Polytechnikum für die Fachrichtung Chemie. Nach einem erfolglosen Experiment seines Lehrers gelang ihm durch die Verwendung von Phosphor anstelle der herkömmlichen chemischen Verbindung die Entdeckung des "lautlosen" und sicheren Streichholzes. Diese Erfindung hatte er vorerst verkauft, was ihn jedoch später nicht daran hinderte, selbst eine Streichholzfabrik zu gründen. Er nahm am ungarischen Freiheitskampf im Jahre 1848 aktiv teil (unter anderem auch an der Formulierung der berühmten 12 Punkte, welche seinerzeit die Freiheit und Unabhängigkeit Ungarns forderten). Die Folge davon war, dass er ins Gefängnis musste. Nach seiner Entlassung bewirtschaftete er seinen Besitz. Von dem weltweit täglich gebrauchten, unentbehrlichen Streichholz ahnt kaum jemand, dass es sich hierbei um eine ungarische Erfindung handelt.

István Ányos Jedlik
(11. Januar 1800 Szimő - 13. Dezember 1895 Győr)
Mönch des Benediktinerordens, Naturwissenschaftler, Physiker und Erfinder des ungarischen Reformzeitalters, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und Rektor der Pester Universität. In der chemischen und physischen Fachsprache benutzte er anstelle des Lateins die 1844 offiziell gewordene ungarische Sprache. Seine bedeutendsten Erfindungen sind um 1850 die optische Gitterteilermaschine, die der Betrachtung der Lichtbeugung dient, der Dynamo (1861), der Elektromotor (1828), Bau des ersten Wagens mit Elektromotor (1855). Einer seiner Erfolge war die Behandlung von Cholerakranken mit künstlich hergestelltem Sodawasser. 1826 hatte er entdeckt, wie man Wasser mit Kohlendioxid versetzen kann. So entstand das Sodawasser. 1841 hat er die erste Sodawasserfabrik gegründet, wo Kohlendioxid noch mit Hilfe von Asche und Marmorstaub hergestellt wurde. Für die Abfüllung hatte er auch die Siphonflasche, eine dickwandige Spezialflasche aus Glas erfunden.
Diese Flasche kam im Laufe der Jahre aus der Mode, heutzutage wird das Wasser in Plastikflaschen abgefüllt. Die Plastikflasche wiederum ist auch eine ungarische Erfindung: der Maschinenbauer Lajos Nagy in Püspökladány hat diese 1994 erfunden und patentieren lassen.

Todor Karman
(11. Mai 1881 - 6. Mai 1963)
Mathematiker, Physiker, weltberühmter Flugtechniker

Diplom an der Technischen Uni Budapest (1902), Mitarbeiter der TU Budapest (1903-1906), studierte in Göttingen angewandte Mechanik, Mitarbeit an Zeppelin-Plan in Paris, Professor des Aerodynamischen Instituts in Aachen (1912-1929), Mathematikprofessor und Direktor des Guggenheim Aeronautical Laboratory in Pasadena/Kalifornien (1939-1949), verfasste grundlegende Arbeiten über Turbulenz (DC-Maschinen) und Grenzschichtverhalten, die im Flugzeugbau genutzt werden, Entwicklung der Raketentechnik, Auszeichnung mit der National Medal of Science (1963), Mond- und Marskrater von ihm benannt worden

Janos G. Kemeny
(31. Mai 1926 Budapest - 26. Dezember 1992 New Hampshire)
Matematiker

mit 14 verlässt er Ungarn, studiert in Princeton, amerikanischer Staatsbürger (1945), Zusammenarbeit mit Albert Einstein im Institute for Advanced Studies (1948), Doktorat (1949), Leiter des Instituts für Mathematik (1955), stellte mit Tom Kurtz die erste interaktive Programmiersprache BASIC (Beginners' All-purpose Symbolic Instruction Code) zusammen (1964), erstes time-sharing Operationssystem Darthmouth (1963), Programmiersprache TRUEBASIC für PC-s (1984), Vorsitzender der Untersuchungskommission der Betriebsstörung der Atomreaktor in Harrisburg/Pennsylvania (1979), erster Preisträger des IMB Louis Robinson Preises (1990), seine Forschungsgebiete waren: einheitliche Raumtheorie, Markov-Ketten, Logik, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Anwendungen der Mathematik auf Spiele und Volkswirtschaft, Monographie-Lehrbuch "Introduction for Finite Mathematics"

Philipp E. A. von Lenard (Fülöp Lénárd)
(7. Juni 1862 Pozsony/Pressburg
[heute Bratislava, Slowakei] - 20. Mai 1947 Messelhausen)
Nobelpreisträger für Physik für das "auf Katodenstrahlen basierende Atommodell (Dinamida)" (1905)

János Neumann
(28. Dezember 1903 Budapest – 8. Februar 1957 Washington)
Die Rechenmaschine
Obwohl er von der heutigen Form des Computers noch nicht einmal träumen konnte – eigentlich hatte er sich mit der Mengenlehre und der mathematischen Spieltheorie sowie der Erforschung der Atomenergie in Verbindung mit der Kettenreaktion beschäftigt – galt sein Interesse auch den Bereichen Daten- und Informationsspeicherung und darüber hinaus dem Speichern von Operationen. Als erster Mensch der Welt bediente er sich bereits im Jahre 1945 dieser Materie. Von den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts an lebte er in (Princeton) Amerika.

George A. Olah (György Oláh)
(22. Mai 1927 Budapest)
Nobelpreis für Chemie
für "seine im Bereich der positiv geladenen Kohlenwasserstoffe erzielten Ergebnisse" (1944), er entwickelte die rentable Herstellung des bleifreien Benzins, lebt in den USA.

John C. Polanyi (János Polányi)
(23. Januar 1929 Berlin)

Sohn des Wissenschaftlers Mihály Polányi. Nobelpreisträger für Chemie geteilt für seine Forschungen im Bereich der Dynamik der elementaren chemischen Prozesse" (1986), lebt in Kanada

Ignaz Semmelweis
(1. Juli 1818 Buda - 13. August 1865 Döbling bei Wien)

studierte in Pest und Wien Medizin, Assistenten der Geburtshilflichen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien (1846), "Retter der Mütter", Vorkämpfer für die Antisepsis, er entdeckte die Ursache des Kindbettfiebers - eine von hohem Fieber begleitete eitrige Berührungsinfektion, die vorwiegend im Bereich der Geburtswunde auftritt. Er führte die Händedesinfektion (mit einer Lösung aus Chlorkalk) ein und reduzierte damit die Zahl der Erkrankungen drastisch um die Hälfte. Er wurde in Kollegenkreisen diskreditiert. Professur für Geburtshilfe an der Pester Universität (1855), seine Entdeckung, Untersuchungen und Ergebnisse "Offene Briefen", "Die Ätiologie, der Begriff und die Prophylaxe des Kindbettfiebers" (1861)

Albert Szent-Györgyi (Albert von Szent-Györgyi)
(16. September 1893 Budapest – 22. Oktober 1986 Woods Hole)
Nobelpreisträger für Medizin (1937) für "die Entdeckungen auf dem Gebiet der biologischen Verbrennungsprozese, insb. in Bezug auf das Vitamin C und die Fumarsäurekatalyse"
Im Jahre – 1930! – hatte er begonnen, das aus Paprika gewonnene Vitamin C zu produzieren. Von 1928 bis 1945 Professor der Wissenschaftlichen Universität von Szeged, ab 1947 an lebte er in den Vereinigten Staaten und unterrichtete und leitete dort mehrere weltbekannte Forschungsinstitute. In erster Linie beschäftigte er sich mit der Krebsforschung, machte jedoch auch auf den Gebieten Zellatmung, Biogenetik und Bioelektronik wichtige Entdeckungen. Bis zum Ende seines Lebens war er mit seinem Heimatland eng verbunden.

Leo Szilard
(11. Februar 1898 Budapest - 30. Mai 1964 San Diego)
Kernphysiker, Entdecker des Atomreaktors, Vater der friedlichen Nutzung der Atomenergie

Studium in Berlin mit u. a. Albert Einstein und Max Planck, promoviert 1922, 1933 emigrieret er nach England, später in die USA (1938), seine Entdeckung der Kettenreaktion (1933) hielt in der Hitler-Ära zurück, Entwicklung des amerikanischen Atombombenprojekt (1939), Professor der Columbia University, Zusammenarbeit mit Enrico Fermi, Realisierung der ersten kontrollierten Kernreaktion, Professor für Biophysik an der Uni in Chicago und befasst sich mit dem Wachstum, den Mutationen und der Genetik der Bakterien und Viren(1946)

Ede (Edward) Teller
(1908 Budapest – 2003 Stanford)
Die Wasserstoffbombe
Im Sommer 2003 hatte ihm George W. Bush die höchste amerikanische Auszeichnung, die Friedensmedaille des Präsidenten, verliehen. Der Physiker war ein anerkannter Forscher auf dem Gebiet der thermonuklearen Energie, der Quantenmechanik sowie der Molekular- und Astrophysik. Sein Leben verlief ziemlich abenteuerlich, im Jahre 1926 hat er Ungarn verlassen und 1930 promoviert. Danach arbeitete er in der Hochburg der Physik, nämlich an der Universität Göttingen. Später war er am streng geheimen "Manhattan-Projekt" in Amerika beteiligt. Weil ihm bei der Herstellung der Atombombe eine bedeutende Rolle zukam, musste er in den fünfziger Jahren zahlreiche politische Hürden nehmen. Die Produktion der Wasserstoffbombe war durch seine Erfindung möglich geworden und kam aufgrund der Unterstützung etlicher amerikanischer Präsidenten zum Abschluss. Sie sollte Interesse und Hoffnungen auf eine bessere Welt wecken.

Elie Wiesel (30. September 1928 Sighet/Rumänien -)
Schriftsteller, Friedensnobelpreisträger 1986
Geboren in jüdischer Familie, überlebte er den Holocaust, den er seither anklagt und versucht mittels Literatur das Gewissen wach zu halten. Für seine Vorbildfunktion im Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung und Rassismus erhielt Elie Wiesel im Jahre 1986 - auch auf Vorschlag von Mitgliedern des Deutschen Bundestags - den Friedensnobelpreis. 2003 wurde Wiesel zum Vorsitzenden der Internationalen Kommission zur Erforschung des Holocaust in Rumänien (Wiesel-Kommission) berufen. Unter dem Titel "Eine Hand voll Blumen - das geistige Erbe des Judentums ungarischer Sprache" erschien in Tel Aviv 1989 seine Buchserie über Persönlichkeiten, die die Kultur in Ungarn und in Israel bereicherten.

Eugene P. Wigner (Jenő Wigner)
(17. November 1902 Budapest - 1. Januar 1995 Priceton)
Nobelpreis für Physik
für die "Entwicklung der Theorie über Atomkerne und Elementarteile, insbesondere für die Entdeckung und Anwendung der Symmetrieprinzipien" (1963), lebte in den USA

Richard A. Zsigmondy (Richárd Zsigmondy)
(1. April 1865 Wien - 23. September 1929 Göttingen)
Nobelpreisträger für Chemie (1925)
für die "Erklärung der heterogenen Natur von Kolloidlösungen und für die bei der Forschung angewandten Methoden, die in der modernen Kolloidchemie von herausragender Bedeutung sind"