Burgen und Schlösser

Ein Besuch in Ungarn wäre nicht komplett, ohne wenigstens einige der majestätischen Schlösser oder malerischen Burgruinen gesehen zu haben. Denn das Land hat ein reiches Erbe an wehrhaften Burganlagen und prächtigen Schlössern. Erstere zeugen von unruhigen Zeiten, letztere dokumentieren vor allem den Reichtum des Adels im 18. und 19. Jahrhundert.

Im Mittelpunkt steht das imposante Burgschloss hoch über der Donau in der Hauptstadt Budapest. In Ungarns größtem Schloss hat jedoch nie ein Monarch residiert und es dient heute als Museumsanlage, u. a. für die Ungarische Nationalgalerie. Ein romantisches Glanzstück ist wenige Kilometer vor den Toren der Hauptstadt das „Sisi-Schloss" in Gödöllő. Dieses wunderbare Barockschloss wurde den Habsburger-Monarchen Franz Joseph und Elisabeth aus Anlass ihrer Krönung zum König und zur Königin von Ungarn 1867 geschenkt.

Übertroffen wurde Gödöllő einzig und allein von der Pracht des Esterházy-Schlosses in Fertőd, unweit des Neusiedler Sees. An der langjährigen Wirkungsstätte des Komponisten Joseph Haydn verwirklichten die Fürsten Esterházy Mitte des 18. Jahrhunderts ihr „ungarisches Versailles". Rund 100 Jahre später schufen auch die Grafen Festetics in Keszthely am Balaton eine beeindruckende Schlossanlage.

Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren in Ungarn jedoch wehrhafte Burganlagen angesagt, da die Türkenkriege und mehrere Aufstände gegen die Habsburger das Land immer wieder erschütterten. Nur die sehenswerten Burgen in Siklós im Südwesten und in Gyula im Osten blieben bis auf den heutigen Tag unversehrt.

Aber auch die Ruinen können sehr malerisch sein. Besonders markant ist die Hochburg von Visegrád im Donauknie nördlich von Budapest. Die Burgruinen von Sümeg im Westen sowie von Eger und Diósgyőr im Norden sind ebenfalls beliebte Touristenattraktionen. Dramatisch thront auch die Burg von Füzér im Nordosten auf einem steilen Bergkegel. Ein kleines I-Tüpfelchen ist die herrschaftliche Ruine hoch über Hollókő, einem der schönsten Orte Ungarns, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.